SRG: Publikumsrat gibt der «Millionen-Falle» gute Noten
Der Publikumsrat der SRG Deutschschweiz hat sich mit der SF-Quizshow «Die Millionen-Falle» und der Sportberichterstattung auf DRS 1 beschäftigt und mit den Verantwortlichen darüber gesprochen.
Seit Sommer 2011 seien im Schweizer Fernsehen zwei Staffeln der Quiz-Show «Die Millionen-Falle» zu sehen gewesen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Publikumsrat erachte die Sendung insgesamt als Bereicherung, habe aber mit den Verantwortlichen auch Verbesserungspotenzial erörtert. Spannung entstehe dadurch, dass Kandidatenpaare und nicht Einzelpersonen mitspielten; so entstehe eine zusätzliche unterhaltsame Interaktionsebene. Ungenügend zu befriedigen würden das Tempo und die Dynamik der «Millionen-Falle» zu befriedigen. Die Anzahl Fragen pro Sendung werde als zu gering empfunden. Das Bedürfnis nach Mitraten und Wissenserweiterung komme zu kurz. René Rindlisbacher als Moderator sei an sich eine ideale Besetzung, die aber (noch) nicht durchgehend zu überzeugen vermochte. Er habe sich vielfach eher distanziert gezeigt und dürfte durchaus etwas mehr Emotionen und Leidenschaft
einbringen, so der Publikumsrat.
Grundsätzlich spannend sei die Anlage der Show. Wo in der gewohnten Quiz-Welt der Gewinn nach und nach gesteigert werden könne, verhalte es sich bei der «Millionen-Falle» genau umgekehrt: Geld könne nur verloren gehen. Die Verantwortlichen hätten in der Diskussion dabei auch die Frage beantwortet, ob sich das Fernsehen eine so «teure» Show leisten könne. Erfahrungsgemäss werde höchst selten jemand mit der Millionen nach Hause gehen können, obwohl der Sendungstitel das verspricht; zudem generierzen Telefonwettbewerb und Werbung auch Erträge, machte Unterhaltungschef Christoph Gebel klar.
Die Sportberichterstattung auf DRS 1 kennt klare Regeln: Alles – aber von allem nicht zu viel. Die tagesaktuellen Sportereignisse müssen vermittelt werden, Sportleitkette ist und bleibt jedoch DRS 3. Insgesamt verteilt der Publikumsrat dem Sport auf DRS 1 gute Kritik. Nach seiner Meinung überzeugt die Berichterstattung vor allem dann, wenn Hintergründe und Stimmen zum Sportereignis präsentiert werden. Dies biete den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Mehrwert, der über die klassische Resultatvermittlung hinausgehe. Auf diese Art gelinge es dem Radio, sich gegenüber anderen Medien in Sachen Sportberichterstattung zu behaupten.
Verbesserungspotenzial sieht der Rat in der Vermittlung der emotionalen Seite des Sports – Sport auf DRS 1 komme ziemlich nüchtern daher. Damit Topereignisse auch ausserhalb der fixen Gefässe begleitet werden, wäre die Sensibilisierung der andern DRS Moderationskolleginnen und – kollegen wünschenswert.
Der Publikumsrat diskutierte zudem darüber, welche Sportarten in den Sendungen berücksichtigt werden und in welchem Mass auch Randsportarten vertreten sein sollen. Christoph Sterchi, Redaktionsleiter «Sportradio», erläuterte, dass die Themenwahl nicht zuletzt vom Erfolg der Schweizer Sportlerinnen und Sportler abhängig ist. Was ist mit Tennis, wenn Roger Federer einmal aufhört? Was mit Skispringen, wenn Simon Ammann nicht mehr fliegt? Die Emotionen und Persönlichkeiten entscheiden über Präsenz und Bedeutung des Sports, fasste Sterchi zusammen. Der Publikumsrat spricht der Sportredaktion insgesamt eine grosse Kompetenz und ein attraktives Angebot zu.
