SRF: «Unsere Wunschliste ist lang»

SRF-Direktor Ruedi Matter stellt sich in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung NZZ der Kritik am Fernsehen. Ausserdem verrät er, dass für ein allfälliges Auslandmagazin Kooperationen geprüft werden.

«Wettbewerb auf einem anderen Kanal mit einem ähnlichen Format tut uns gut», kommentiert Ruedi Matter Filippo Leuteneggers Lancierung einer privaten «Arena» auf Sat 1. Man werde erkennen, wie sehr sich das Format weiterentwickelt habe. Als Zeichen von Unzufriedenheit sieht Matter die Gründung einer «Gegen-Arena» nicht. Unzufriedenheiten gebe es wohl bei einzelnen Politikern, da man sich entschieden habe, in der «Arena» auch Experten auftreten zu lassen. Das mache es den Politikern nicht mehr möglich, jede beliebige Behauptung aufzustellen. Es stimme aber nicht, dass die Zuschauerzahlen eingebrochen seien. Im Vergleich zum Vorjahr seien sie stabil geblieben, «so wie jene vieler anderer Sendungen von uns auch».
 

Mit der Halbjahresbilanz ist SRF-Direktor zufrieden. Man sei sehr gut mit Unterhaltungssendungen gestartet. Das Format «Die grössten Schweizer Talente» mit einem Marktanteil von 40 Prozent hat laut Matter alle Altersgruppen erreicht. Ausserdem hätten Ereignisse wie die arabische Revolution oder Japan den Informationssendungen überdurchschnittliche Einschaltquoten beschert. Die Marktanteile zu halten sei zwar schwierig. «Aber ich bin durchaus optimistisch.» Auf SF1 sei man mit den Eigenproduktionen sehr stabil. Die Zuschauerzahlen von SF Zwei seien hingegen stark abhängig von grossen Sportereignissen, die dieses Jahr fehlten.

Auf die Frage hin, wo das schon verschiedentlich als Wunschprogramm bezeichnete Auslandmagazin bleibe, entgegnete Matter: «Unsere Wunschliste ist lang, aber die Mittel sind beschränkt.» Man habe das Korrespondentennetz ausgebaut. Die Korrespondenten seien jedoch sehr stark ins Tagesgeschäft eingebunden. Die bestehenden Ressourcen reichten nicht für ein Auslandmagazin. Man prüfe Kooperationen, etwa mit skandinavischen Sendern, «weil diese eine ähnliche Optik wie wir haben».
 

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