Schweizer Medien in Besitz aller Wikileaks-Dokumente zur Schweiz

Die Westschweizer Tageszeitung Le Temps und die Neue Zürcher  Zeitung NZZ sind offenbar in Besitz sämtlicher Wikileaks-Dokumente zur Schweiz. Sie haben nach eigenen Angaben vom Enthüllungsportal von Julian Assange insgesamt 5‘814 US-Depeschen erhalten.

Die Dokumente beleuchteten die Beziehungen der Schweiz zu den USA und enthielten Einschätzungen der Schweizer Politik durch amerikanische Diplomaten. Dies schrieben die beiden Zeitungen am Samstag. Davon seien die meisten Dokumente in den vergangenen zehn Jahren verschickt worden, schreibt die NZZ. Zum Datensatz gehören alle Depeschen, welche von den US-Gesandtschaften in Bern und Genf nach Washington übermittelt wurden, so Le Temps. Ausserdem dazu gehören alle Dokumente, die den Namen Swiss oder Switzerland führen.

In den nächsten Tagen wollen die Redaktionen der beiden Zeitungen die Datensammlung analysieren und die wesentlichen Aussagen publizieren. Bereits haben von Wikikleaks zutage geförderte Verknüpfungen wie jene zwischen dem UBS-Übereinkommen mit den USA und der Aufnahme von Uiguren aus dem US-Folterlager Guantánamo auf Kuba für Aufregung im Bundesrat gesorgt. Auch Enthüllungen zur Isolation von Schweizer Diplomaten in Tripolis während der Krise zwischen der Schweiz und Libyen um einen Gaddafi-Sohn und die verschleppten Geschäftsleute Göldi und Hamdani werfen ein schlechtes Licht auf das Aussenministerium in Bern.

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