Ringier verkauft Népszabadság
Der Schweizer Medienkonzern Ringier trennt sich laut Tages-Anzeiger von Ungarns letzter unabhängiger Tageszeitung.
Wie der Tages-Anzeiger am Mittwoch berichtet, scheint der Verkauf beschlossene Sache zu sein. Damit erfüllt Ringer die Bedingung der ungarischen Medienbehörde. Diese will eine Ringier-Partnerschaft mit dem deutschen Axel-Springer-Konzern nur genehmigen, wenn sich das Schweizer Medienhaus von besagter Tageszeitung löst. Ungarn ist das letzte Land Osteuropas, in welchem noch keine Fusion der beiden Konzerne besteht.
Népszabadság gilt als letzte unabhängige Tageszeitung Ungarns. Sie steht im Gegensatz zu den anderen Titeln nicht der Politik der Regierungspartei Fidesz nahe, sondern gilt als Sprachrohr der sozialistischen Opposition. Wie der Tages-Anzeiger schreibt, geht bei den betroffenen Journalisten die Angst um, dass der Zeitung nun eine politische Vereinnahmung drohe. Diese Angst scheint nicht unbegründet, denn bereits vor Jahren trennte sich Ringier von der links-stehenden Tageszeitung Magyar Hirlap, welche danach von einem nationalistischen Unternehmer in ein rechtes Medium mit antisemitischer Note verwandelt wurde.
Wie der Tages-Anzeiger schreibt, verlange Ringier gemäss ungarischer Medien für den Aktienanteil 6,3 Millionen Franken plus eine Garantie, dass die Zeitung in den nächsten fünf Jahren weiterhin Kunde der Ringier-Druckerei bleibt.
