Ringier schafft den Klassenerhalt
Bilanz Im Ausland drückte das grösste Schweizer Medienhaus aufs Gas. Zu Hause auf die Kostenbremse.
Bilanz Im Ausland drückte das grösste Schweizer Medienhaus aufs Gas. Zu Hause auf die Kostenbremse.Was manche Branchenbeobachter schon für 2002 prophezeiten, ist auch vergangenes Jahr nicht eingetreten: Ringier spielt trotz zweitem Rückgang in Folge als einziger Grossverlag weiterhin in der Milliardärsliga. Im laufenden Geschäftsjahr liegt allerdings (nach –2,1% im 2003) nur mehr maximal ein Minusprozent drin, sonst wirds ernst mit der Relegation zu den Umsatzmillionären.Weiter akzentuiert hat sich die geografische Verschiebung von Ringiers Ertragsquellen. Der Schweizer Beitrag zum überraschend erfreulichen Ergebnis ist dabei mit knapp
10 Prozent zwar nicht mal annähernd so rasant geschrumpft, wie das Osteuropa-Geschäft im selben Zeitraum hat zulegen können, nämlich über ein Drittel. Seit 2001 ist der im Inland erwirtschaftete Umsatzanteil jedoch kontinuierlich von 82,7 auf das neue Rekordtief von 73,2 Prozent gesunken.
Wird dieses Internationalisierungstempo beibehalten, dürfte bereits 2006 jeder zweite Franken aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Serbien stammen. Wohl will Michael Ringier die letztes Jahr durch Auslandsakquisitionen ins Blitzblaue geschossenen Investitionen 2004 und 2005 wieder «deutlich unters Cashflow-Niveau drücken» (siehe Interview auf Seite 29). Obigen Zeithorizont für die erste Fifty-Fifty-Bilanz hält er trotzdem für «nicht unrealistisch».
Keine Freude am DruckbereichSorgen bereitet dem Verleger – neben den 2003 weiter gesunkenen Auflagen und Anzeigenerträgen bei fast allen wichtigen Schweizer Zeitungen und Zeitschriften – vor allem der hiesige Druckbereich, dessen Umsatz um 12,7 Prozent einbrach. Laut Konzernchef Martin Werfeli trug die im Dezember erfolgte Schliessung der Druckerei Winterthur massgeblich zu diesem Rückgang bei. Im Gegensatz zum Zeitungs- litt der Kundendruck zudem unter anhaltenden Überkapazitäten und dem daraus resultierenden Preisverfall.
Der übliche Ausblick fiel an der diesjährigen Bilanzpräsentation zurückhaltend bis ernüchternd aus. Der viel beschworene Aufschwung im heimischen Werbemarkt lasse weiterhin auf sich warten, so Werfeli. «Unsere Engagements in Mittel- und Osteuropa dürften hingegen vom EU-Beitritt profitieren.»
Oliver Classen
10 Prozent zwar nicht mal annähernd so rasant geschrumpft, wie das Osteuropa-Geschäft im selben Zeitraum hat zulegen können, nämlich über ein Drittel. Seit 2001 ist der im Inland erwirtschaftete Umsatzanteil jedoch kontinuierlich von 82,7 auf das neue Rekordtief von 73,2 Prozent gesunken.
Wird dieses Internationalisierungstempo beibehalten, dürfte bereits 2006 jeder zweite Franken aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Serbien stammen. Wohl will Michael Ringier die letztes Jahr durch Auslandsakquisitionen ins Blitzblaue geschossenen Investitionen 2004 und 2005 wieder «deutlich unters Cashflow-Niveau drücken» (siehe Interview auf Seite 29). Obigen Zeithorizont für die erste Fifty-Fifty-Bilanz hält er trotzdem für «nicht unrealistisch».
Keine Freude am DruckbereichSorgen bereitet dem Verleger – neben den 2003 weiter gesunkenen Auflagen und Anzeigenerträgen bei fast allen wichtigen Schweizer Zeitungen und Zeitschriften – vor allem der hiesige Druckbereich, dessen Umsatz um 12,7 Prozent einbrach. Laut Konzernchef Martin Werfeli trug die im Dezember erfolgte Schliessung der Druckerei Winterthur massgeblich zu diesem Rückgang bei. Im Gegensatz zum Zeitungs- litt der Kundendruck zudem unter anhaltenden Überkapazitäten und dem daraus resultierenden Preisverfall.
Der übliche Ausblick fiel an der diesjährigen Bilanzpräsentation zurückhaltend bis ernüchternd aus. Der viel beschworene Aufschwung im heimischen Werbemarkt lasse weiterhin auf sich warten, so Werfeli. «Unsere Engagements in Mittel- und Osteuropa dürften hingegen vom EU-Beitritt profitieren.»
Oliver Classen
