Ringier sammelt Geld für die olympischen Spiele

Wie das Bündner Tagblatt berichtet, ist eine Joint Venture von Ringier und Infront auf Sponsorensuche für die Kandidatur Graubünden 2022. CEO Marc Walder ist begeistert von der Idee der Olympischen Spiele im Bündnerland.

Rund ein Viertel der Kandidaturkosten sollen Sponsoren beisteuern, welche Infront Ringier sucht. Die Firma gehört je zur Hälfte Ringier und der Sportmarketingfirma Infront Sports & Media. Die Gründe für das Interesse Ringiers an einer erfolgreichen Kandidatur sind vielschichtig. Wie Ringier-CEO Marc Walder im Interview mit dem Bünder Tagblatt angibt, seien Olympische Spiele für Medienhäuser generell interessant – besonders, wenn sie im eigenen Land stattfänden. Als CEO eines privaten Medienhauses dürfe er sich mehr zum Fenster rauslehnen als Roger de Weck, der sich trotz spürbarer persönlicher Begeisterung zurückhalte. Diese kann auch Walder nicht verbergen: «Die Olympischen Spiele sollen dahin zurückgeholt werden , wo sie herkommen: in die Berge.» Es gäbe kaum einen besseren Ort für die Winterspiele «als das wunderbare Graubünden!» so der Ringier-CEO.

Einmal mehr stellt sich im Zusammenhang mit Ringier die Frage nach der journalistischen Unabhängigkeit. Die Frage, ob bei all der Begeisterung von CEO und Medienhaus überhaupt noch Platz für die zahlreichen kritische Stimmen sei, bejaht Walder. Beispielsweise habe der Sonntagsblick der Gegenseite erst kürzlich eine grosse Plattform geboten. «Allerdings hat dieser Beitrag auch gezeigt, dass die Argumente der Gegner nicht sehr stark sind.» Die journalistische Unabhängigkeit sei aber gewährleistet, auch wenn es «in der Natur der Sache» liege, dass sportaffine Zeitungen wie Blick und Sonntagsblick Olympische Spiele grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Walder sieht auch durch andere Ringier-Verstrickung die kritische Berichterstattung nicht in Gefahr. So würde beispielsweise im Blick kein Geheimnis daraus gemacht, wenn von den Ringier Töchter Good News und Ticketcorner organisierte Konzerte «mies» waren. Und das Engagement von Nationaltrainer Hitzfeld (Werbewoche.ch berichtete) habe sogar zur Folge gehabt, dass ihn die Ringier-Journalisten noch kritischer beobachteten, da Leser und Konkurrenten ihnen jetzt besonders auf die Finger schauen würden, so Walder.

Quelle: Bündner Tagblatt, 16. November 2012
Teaserbild: Liliana Portmann / Bünder Tagblatt
 

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