Presserat rügt Davos Zeitung wegen Olympia-Berichten

Der Schweizer Presserat rügt die Davoser Zeitung. Sie soll vor der Olympia-Abstimmung vom 12. Februar 2017 grundlegende Transparenz-Regeln in Sachen Inserate und bezahlte Inhalte verletzt haben.

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Die Zeitung publizierte bezahlte Pro-Olympia-Inhalte, ohne sie als solche zu kennzeichnen. Die Davoser Zeitung habe Inserate zu einer Interviewserie zur Olympia-Abstimmung nicht als Werbung deklariert, teilte der Presserat am Freitag mit. Damit habe die zu Somedia gehörende Zeitung den Journalistenkodex verletzt. Zudem sei die Interviewserie mutmasslich gesponsert gewesen.

Auch eine bezahlte mehrseitige Beilage zur Abstimmung sei nicht als bezahlter Inhalt gekennzeichnet und vom Leser als solches erkennbar gewesen. Interviews wie Beilage machten laut dem Presserat im Gegenteil den Anschein, redaktionell verantwortet zu sein. Beide Presseprodukte wie auch die Inserate befürworteten eine Olympia-Kandidatur Graubündens oder warben direkt dafür.

Gegen zwei Richtlinien des Journalistenkodex verstossen

Mit ihrem Vorgehen verstiess die Davoser Zeitung laut dem Presserat gegen zwei Richtlinien des Journalistenkodex. Demnach verletzte sie das Gebot, redaktionelle Beiträge und Werbung klar zu trennen und gesponserte Berichte transparent zu machen. Zudem habe die Zeitung mutmasslich gegen das Verbot verstossen, bezahlte Werbung als Gegenleistung mit redaktionellen Beiträgen zu koppeln.

Meinungsvielfalt ausreichend abgebildet

Mit seinem Entscheid gibt der Presserat einer Beschwerde zweier Bündner Politiker und Olympia-Gegner teilweise recht. Hingegen weist er den Vorwurf ab, die Davoser Zeitung habe gegen das Gebot des Meinungspluralismus verstossen. Die Zeitung habe zahlreiche olympiakritische Artikel und Leserbriefe veröffentlicht und damit der Abbildung der Meinungsvielfalt genüge getan.

Die Bündner Stimmberechtigten befanden am 12. Februar über einen Kredit für eine Olympiakandidatur des Bergkantons. Im Kern ging es um die Frage, ob sich Graubünden um die olympischen Winterspiele 2026 bewerben solle. Die Befürworter mussten eine schwere Schlappe einstecken. 60 Prozent der Abstimmenden sprachen sich gegen die Spiele aus. (SDA)

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