Pressefreiheit im Jahr 2025: Wirtschaftlicher Druck bedroht Medien weltweit
Die aktuelle Rangliste zur Pressefreiheit 2025 zeigt einen besorgniserregenden Trend: Der wirtschaftliche Druck auf Medien nimmt weltweit zu und gefährdet zunehmend die Unabhängigkeit und Stabilität von Redaktionen.

Laut dem Bericht ist die weltweite Lage der Pressefreiheit erstmals als «schwierig» eingestuft worden. In 42 Ländern, die mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung umfassen, wird die Situation sogar als «sehr schwierig» wahrgenommen. Besonders betroffen sind Länder, in denen Medien aufgrund wirtschaftlicher Belastungen zunehmend Schwierigkeiten haben, finanziell stabil zu bleiben, was zu Schliessungen führt. In fast 90 Prozent der Länder, die im Bericht untersucht wurden, können Medien keine langfristige finanzielle Stabilität mehr erreichen.
«Ohne wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt es keine freie Presse», so Denis Masmejan, Generalsekretär von RSF Schweiz. «Geschwächte Medien werden zur Beute von politischen Entscheidungsträgern, Oligarchen und Autokraten. Wirtschaftlich geschwächte Medien haben je länger desto weniger die Möglichkeiten, sich gegen die Feinde der freien Presse, gegen Desinformation und Propaganda zu wehren.»
In den USA (Rang 57) verschlechterte sich die wirtschaftliche sowie auch die gesellschaftliche Situation des Journalismus innerhalb der letzten zwei Jahre signifikant. In einigen Bundesstaaten verwandeln sich ganze Regionen zu Nachrichtenwüsten. Vor allem der Lokaljournalismus zahlt dafür einen hohen Preis. Donald Trumps zweite Amtszeit hat diese Tendenz weiter verstärkt, wenngleich das Ausmass seiner bisherigen Entscheidungen im aktuellen Ranking noch nicht vollständig erkennbar ist.
Die Schweiz rangiert im Ranking weiterhin auf Platz 9 und befindet sich damit in der Gruppe der Länder, in denen die Situation der Pressefreiheit insgesamt als «zufriedenstellend» bezeichnet werden kann. Hierzulande bleiben die grössten Herausforderungen in ungelösten legislativen Fragen und der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Redaktionen. Problematisch ist zudem, dass es in der Schweiz nach wie vor keine Gesetzesvorlage gibt, die die Regulierung grosser Online-Plattformen thematisiert. SRF-Schweiz-Präsidentin Isabelle Cornaz fordert daher eine Regulierung: «Es ist wichtig, die Funktionsweise dieser Plattformen, über die sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger informieren, zu regulieren, damit wir das Recht auf zuverlässige und transparente Informationen behalten.»
