Erste Media-Forward-Fund-Förderungen für Tsüri und Reflekt
Der länderübergreifende Media Forward Fund (MFF) hat erstmals Fördergelder für tragfähige Geschäftsmodelle im gemeinwohlorientierten Qualitätsjournalismus ausgeschüttet. Unter anderem erhalten die Berner und Zürcher Medien Reflekt und Tsüri Fördergelder.
Tsüri erhielt 400’000 Euro und Reflekt 300’000 Euro, wie der Fonds am Freitag mitteilte. Die Medien würden mit unterschiedlichen gemeinwohlorientierten Ansätzen neue Wege gehen, um ihre Vertriebskanäle zu vergrössern oder um mehr Nutzer:innen für ein Abo oder eine Mitgliedschaft zu gewinnen.
Bei Reflekt handelt es sich den Angaben zufolge um ein Investigativmedium aus Bern, das seit mehr als fünf Jahren regelmässig Missstände aufdeckt und damit gesellschaftliche Auswirkungen erzielt. Es versucht demnach mit der Produktion von investigativen Videos für Social Media vermehrt jüngere Zielgruppen zu erreichen.
Das digitale Stadtmagazin Tsüri, das seit zehn Jahren für eine überwiegend junge Zielgruppe berichtet, will mit einem neuen hyperlokalen Newsletter über die Wohnkrise in der Stadt Zürich berichten.
Neben den Schweizer Titeln kamen die beiden österreichischen Medien Andererseits“ (400’000 Euro) und Dossier (390’000 Euro) in den Genuss von Fördergeldern. Bei Andererseits recherchieren und schreiben Menschen mit und ohne Behinderung, Dossier möchte die Vermittlung seiner investigativjournalistischen Arbeitsweise und einzelner Rechercheergebnisse auf der Theaterbühne ausweiten.
9 Millionen Franken für unterversorgte Zielgruppen
Der Media Forward Fund ist 2024 als erster länderübergreifender Fonds für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz in seine erste Förderrunde gestartet. Insgesamt hatten sich 136 Medienhäuser aus dem deutschsprachigen Raum für eine Förderung beworben. Die Mittel stammen von mehreren Stiftungen.
Der Fund ist mit neun Millionen Euro dotiert. Pro Jahr sind drei Förderrunden geplant. Neue Bewerbungen sind ab März 2025 möglich. Die Förderungen belaufen sich auf in der Regel bis zu 400’000 Euro pro Medium.
Der Media Forward Fund steht für gemeinwohlorientierte Medien und Projekte nach der Ideenphase offen. Förderfähig sind insbesondere Medien, die Lücken füllen und ihr Augenmerk auf Zielgruppen legen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben. (SDA/swi)

