KI-Chatbots nutzen Schweizer Medien intensiv – Verlegerverband fordert Regulierung

Das Jahrbuch Qualität der Medien 2025 des fög zeigt: KI-Bots wie ChatGPT greifen stark auf journalistische Quellen zurück, besonders bei Schweizer Themen. Der Verlegerverband SCHWEIZER MEDIEN fordert eine verbindliche KI-Regulierung und Vergütung für Medienhäuser.

Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) legt in seinem aktuellen Jahrbuch Qualität der Medien 2025 brisante Erkenntnisse vor: KI-Chatbots wie ChatGPT und Perplexity nutzen in erheblichem Umfang journalistische Inhalte als Quellen – und das ohne Vergütung der Medienhäuser.

Journalismus als Hauptquelle für KI-Systeme

Bei Fragen zu aktuellen Ereignissen und Nachrichten ist der Journalismus der wichtigste Quellentyp: ChatGPT greift zu 73,2 Prozent und Perplexity zu 66,5 Prozent auf journalistische Quellen zurück. Besonders bei Schweizer Themen sind die hiesigen Medien zentral – sie machen bei ChatGPT 36,7 Prozent und bei Perplexity sogar 47,1 Prozent der Quellen aus.

Forderung nach verbindlicher Regulierung

«Die fög-Ergebnisse sind brisant und unterstreichen unsere Forderung nach einer verbindlichen KI-Regulierung», betont Andrea Masüger, Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM). VSM-Direktorin Pia Guggenbühl ergänzt: «KI-Anbieter tun dies unerlaubt und unbezahlt, ohne die Verlage für ihre Leistung zu vergüten.» Besonders problematisch: Jede zehnte KI-Antwort enthält fehlerhafte Informationen.

Zunehmende News-Deprivation als gesellschaftliche Herausforderung

Das Jahrbuch dokumentiert zudem einen besorgniserregenden Trend: Der Anteil der Newsdeprivierten in der Schweizer Bevölkerung ist 2025 auf 46,4 Prozent gestiegen. VSM-Vizepräsidentin Ladina Heimgartner sieht dennoch Grund für Optimismus: «Den 46 Prozent Newsdeprivierten stehen 54 Prozent Menschen gegenüber, die nach wie vor professionelle Medien nutzen und schätzen – also immer noch sehr viele, die den vollen Einsatz von uns als Medienschaffenden verdienen.»

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