b4p-Trendreport: Nachrichtenkonsum Trends zeigen Stärke journalistischer Medien
Der aktuelle b4p-Trendreport der GIK zeigt: Trotz Social Media und KI bleiben journalistische Medienmarken die zentralen Orientierungspunkte im Nachrichtenalltag – und Newsletter sowie Podcasts etablieren sich als eigenständige Formate.

Die Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) hat mit ihrem b4p-Trendreport «News im Wandel – Wie sich der Nachrichtenalltag verändert» eine repräsentative Online-Befragung ausgewertet, die die aktuellen Nachrichtenkonsum Trends in Deutschland umfassend beleuchtet. Das Ergebnis ist eindeutig: Journalistische Medienmarken behaupten ihre zentrale Stellung im Informationsalltag – ungeachtet der wachsenden Konkurrenz durch Social Media und Künstliche Intelligenz.
Journalistische Medien als zentrale Orientierungsinstanz
Für 85 Prozent der Befragten stehen Nachrichtenkanäle etablierter Medien für aktuelle Informationen. Gleichzeitig werden journalistische Nachrichtenmedien als wichtige Instanz zur Orientierung (78 Prozent), Meinungsbildung (74 Prozent) und demokratischen Teilhabe (73 Prozent) wahrgenommen. Diese Zahlen unterstreichen, dass gedruckte wie digitale Nachrichtenformate weit mehr als reine Informationslieferanten sind – sie erfüllen eine gesellschaftliche Funktion.
Dabei greifen Nutzer:innen je nach Situation auf unterschiedliche Kanäle und Formate zurück. Für schnelle Information dominieren Nachrichten-Websites oder -Apps mit 66 Prozent. Für vertiefte und strukturierte Informationen bevorzugen 49 Prozent die Zeitung oder das E-Paper, während Bewegtbildformate von 54 Prozent vor allem zum unmittelbaren Erleben von Ereignissen – etwa Live-Berichterstattung – genutzt werden. 62 Prozent der Befragten erwarten zudem, Nachrichteninhalte kanalübergreifend abrufen zu können.
Social Media als Nebenbei-Medium und gezielter Kanal
Social Media spielt ebenfalls eine relevante Rolle im Informationsmix: 63 Prozent der Befragten stossen dort eher beiläufig auf aktuelle Nachrichten. Gleichzeitig nutzt jede:r Zweite gezielt die Social-Media-Kanäle etablierter Medienmarken, um sich schnell über die wichtigsten Schlagzeilen des Tages zu informieren. Damit zeigt sich, dass Social Media weniger als eigenständige Nachrichtenquelle denn als Zugangspunkt zu journalistischen Inhalten fungiert.
Newsletter und Podcasts als eigenständige Formate
Ein zentraler Befund der Studie betrifft die Nachrichtenkonsum Trends rund um Newsletter und Podcasts: Beide Formate haben sich als fester Bestandteil des Informationsalltags etabliert. 37 Prozent der Befragten nutzen Newsletter, um sich schnell und strukturiert einen kompakten Überblick über relevante Themen zu verschaffen. Podcasts kommen dagegen vor allem dann zum Einsatz, wenn Nutzer:innen sich ausführlicher mit komplexen Themen befassen und Einordnung sowie Hintergrundwissen gefragt sind (29 Prozent).
Besonders ausgeprägt ist das Wachstumspotenzial bei lokalen und regionalen Newsletter-Angeboten: 71 Prozent der Befragten bekunden Interesse an solchen Formaten – bislang haben jedoch erst 22 Prozent ein entsprechendes Angebot abonniert. Unter denjenigen, die bereits einen Medien-Newsletter abonniert haben, sind neben lokalen und regionalen Inhalten (52 Prozent) vor allem thematisch spezialisierte Angebote (44 Prozent) sowie kuratierte Nachrichtenüberblicke (41 Prozent) beliebt.
KI als Einstieg – Verifikation bleibt journalistischen Quellen vorbehalten
Der Einfluss von KI-Anwendungen und Chatbots auf die Nachrichtennutzung wächst, doch auch hier zeigt die Studie ein differenziertes Bild: Mehr als die Hälfte der KI-Anwender:innen (56 Prozent) nutzen Chatbots als erste Orientierung, wechseln danach jedoch zu journalistischen Angeboten, um Informationen zu prüfen und zu vertiefen. 69 Prozent bezeichnen KI zwar als hilfreich für einen ersten Überblick, vertrauen bei aktuellen Nachrichten aber eher den Originalquellen. 78 Prozent erwarten Transparenz bei den Quellen, 77 Prozent hinterfragen die bereitgestellten Informationen kritisch.
Als besonders kritisch im Umgang mit KI erweist sich die Gen Z: 85 Prozent der 16- bis 29-Jährigen halten transparente Quellenverweise etablierter Medien in KI-Anwendungen für wichtig – deutlich mehr als bei den 30- bis 49-Jährigen sowie den mehr als 50-Jährigen (jeweils 76 Prozent). Gleichzeitig nutzen 77 Prozent der Gen Z KI-Anwendungen für einen ersten Überblick, vertrauen danach aber eher redaktionellen Angeboten. Zwei Drittel vertiefen sich nach der KI-Nutzung zusätzlich in journalistische Originalquellen, während nur 23 Prozent sich primär auf KI verlassen.
Ein überraschender Befund betrifft das Vertrauen der Gen Z in journalistische Medien: 63 Prozent halten die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig – der höchste Wert unter allen Altersgruppen. 72 Prozent nutzen Social-Media-Kanäle etablierter Medienmarken für den schnellen Schlagzeilen-Check, 69 Prozent greifen direkt auf Nachrichten-Websites oder Apps zurück.
Clarissa Moughrabi, Sprecherin der GIK-Geschäftsführung, fasst die Erkenntnisse so zusammen: «Die News Journey ist heute vielfältiger denn je. Nutzer:innen wechseln je nach Situation zwischen App, Zeitung, Newsletter, Podcast, Video, Social Media und KI. Während Social Media und KI zusätzliche Zugänge zu Themen und Nachrichten schaffen, bleiben journalistische Medienmarken über alle Kanäle hinweg die zentrale Instanz für Orientierung, Glaubwürdigkeit, Verifikation und Vertiefung.»
Weitere Informationen zum b4p-Trendreport sind auf der Website der GIK verfügbar: https://www.gik.de
