Medien im Clinch

Weko Wird Radio Basilisk etwa vom Monopol der Basler Zeitung benachteiligt? Ein Fall für die Wettbewerbskommission (Weko).

Weko Wird Radio Basilisk etwa vom Monopol der Basler Zeitung benachteiligt? Ein Fall für die Wettbewerbskommission (Weko).
Mit dem Relaunch vom letzten Sommer verbannte die Basler Zeitung (BaZ) das Radioprogramm aus ihren Seiten. Auf Wunsch von Lesern gab sie später aber den Programmen von DRS 1 und 2 wieder etwas Raum – und auf einer 16 Quadratzentimeter grossen Restfläche auch dem Programm des zur Basler Zeitung Medien (BZM) gehörenden Radio Basel 1. Nicht erwähnt wird dagegen Konkurrenzsender Basilisk, was dessen Mutterkonzern Tamedia sauer aufstiess. «Die BaZ grenzt in ihren Programmhinweisen Radio Basilisk (nota bene die Nummer 1 im Raum Basel) systematisch aus. Nach unserem Empfinden nützt die BaZ damit eine marktbeherrschende Stellung aus, weshalb wir bei der Weko Klage eingereicht haben», sagt Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli.Stellungnahme verlangt
Bei der Weko nimmt man die Klage durchaus ernst. Es gehe nicht nur um ein paar Quadratzentimeter Zeitungsfläche, sagt Vizedirektor Patrik Ducrey, «sondern um die Frage, ob ein Unternehmen mit Quasi-Monopolstellung diese Macht auf einem nachgelagerten oder benachbarten Markt zum Nachteil von Konkurrenten einsetzt oder ob es für den Radiohörer genügend Ausweichmöglichkeiten gibt, um sich über das Radioprogramm von Radio Basilisk zu informieren». Die Weko habe deshalb die BZM zu einer Stellungnahme aufgefordert.
Den Dritten freut’sBei der BZM macht man sich jedoch keine Sorgen. «Wir betrachten die Klage eher als Zeichen für die zunehmende Nervosität bei Basilisk, weil unser Basel 1 immer mehr Hörer gewinnt», sagt CEO Beat Meyer.
Wenn Zürcher und Basler sich streiten, herrscht Freude in Winterthur. «Diese Klage ist super», lacht Günter Heuberger, Chef von Radio Top und TeleTop. Denn vom Weko-Urteil erhofft er sich ein deutliches Signal an das St. Galler Tagblatt. Dieses publiziert seit Jahren zwar die Programme der zur Tagblatt-Gruppe gehörenden Radio Aktuell und Tele- Ostschweiz, die Top-Sender dagegen bleiben unerwähnt.
Markus Knöpfli

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