Le Temps: NZZ nicht an Kauf interessiert

Für die Westschweizer Zeitung Le Temps haben ein Dutzend möglicher Käufer Interesse angemeldet. Die NZZ gehört jedoch nicht dazu.

Die Medienhäuser Tamedia und Ringier hatten die Zeitung am 8. Oktober zum Verkauf ausgeschrieben. Bisher seien ein Dutzend Dossiers eingegangen, sagte Ringier-Sprecher Edi Estermann am Freitag zur Nachrichtenagentur SDA. Zu den möglichen Übernahmekandidaten machte das Medienhaus keine Angaben. Bereits bekannt ist jedoch das Interesse der Wirtschaftszeitung L'Agefi sowie von Jean-Claude Biver, dem Verwaltungsratspräsidenten der Uhrenfirma Hublot. Auch die Medien Vielfalt Holding von Christoph Blocher und Tito Tettamanti zeigte sich interessiert. Gemäss Estermann werden die Dossiers derzeit geprüft und nach im Voraus festgelegten Kriterien ausgewählt.

NZZ unterbreitet kein Kaufangebot

Im Rahmen des laufenden Verkaufsprozesses wurde auch die NZZ mehrfach als potenzielle Käuferin genannt. Sie hat sich nach detaillierter Prüfung jedoch entschieden, den aktuellen Mehrheitseigentümern kein Kaufangebot zu unterbreiten, heisst es in einer Mitteilung des Medienunternehmens. Eine detaillierte Begründung dieses Entscheids liegt nicht vor. Beim Entscheid eine Rolle gespielt habe, dass die NZZ im Bereich der Publizistik in erster Linie auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet sei. Eine Ausdehnung in die französische Schweiz gehöre nicht zur Strategie.

Die NZZ ist interessiert daran, bei einem allfälligen Eigentümerwechsel die bereits bestehende Zusammenarbeit mit Le Temps weiterzuführen und eventuell auszubauen, heisst es weiter in der Mitteilung. Es bestünden heute schon wichtige Kooperationen, etwa im Bereich des Anzeigenverkaufs.
 

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