Kleine sitzen in den Nischen der Grossen
Aussenwerbung Klassische Plakatierer bekommen Konkurrenz von Firmen, die mit Aussenwerbung sonst nichts am Hut haben: Sie dringen mit E-Plakaten in deren Domänen ein – zunächst in Flughäfen.
Aussenwerbung Klassische Plakatierer bekommen Konkurrenz von Firmen, die mit Aussenwerbung sonst nichts am Hut haben: Sie dringen mit E-Plakaten in deren Domänen ein – zunächst in Flughäfen.Seit Mai dieses Jahres setzt der umgebaute Flughafen Bern-Belp auf zehn 42-Zoll-Screens statt auf Plakate. Über diese Bildschirme laufen Informationen zum Flugbetrieb, Wetterberichte sowie Werbespots. Die Screens gehören dem IT-Dienst-leister Bison Systems in Sursee LU und werden von deren Partnerfirma Publiscreen gemeinsam mit der IP Multimedia vermarktet.Ein Beispiel dafür, wie neue Firmen in Domänen der bisherigen Aussenwerber Geschäfte tätigen. Und es gibt noch mehr: Am Flughafen Kloten, eigentlich Hoheitsgebiet des Aussenwerbers Clear Channel Plakanda (CCP), betreibt Bison Systems in einer VIP-Lounge des neuen Docks E sechs Screens, über die neben Unterhaltung auch Werbung läuft.
Selbst Kinovermarkterin Cinecom verkauft seit September Screens, und zwar an 50 unabhängige Westschweizer Kioske. Demnächst stattet sie zudem schweizweit rund 140 Tankstellen- und Prontoshops von Coop mit Screens aus und vermarktet sie. An 75 Tamoil-Tankstellen ist auch IP Multimedia präsent. Das Pikante daran: CCP hält für Plakatwerbung an Tamoil- und Coop-Tankstellen Exklusivrechte, ebenso für Kleinplakate an unabhängigen Kiosken. Nun gelingt dort aber anderen Firmen der Einstieg – ausgerechnet über das elektronische Plakat.
Auch Citylights, ein kleiner Aussenwerber, wagt sich unter die Screen-Anbieter und vermarktet mittlerweile drei Bildschirme an stark frequentierten Zürcher Standorten. Bis Ende Jahr sollen zwölf weitere folgen. Und selbst vor Stadionwerbung macht die Lust auf Screens nicht halt. Die Cinecom vermarktet seit drei Wochen zwei 12-Quadratmeter-Screens sowie acht 42-Zoll-Plasmabildschirme im Eishockeystadion des EV Zug. Mit weiteren Stadien ist sie derzeit in Verhandlung. Diese Liste ist nicht vollständig und gibt keineswegs alle Screen-Aktivitäten der neuen Anbieter wieder. Doch die Frage stellt sich: Haben die grossen Plakatierer den rechtzeitigen Einstieg bei den «kleinen» Screens (21 bis 50 Zoll) verpasst?
Nur zielgenauer Content bringts
Doch bei CCP, das derzeit davon am meisten tangiert scheint, gibt sich CEO Beat Roeschlin gelassen. «Ich bewundere den Mut all jener, die früh auf dieses Medium aufspringen, aber ich glaube, wir tun einander nicht weh.» Er bezweifelt zudem, dass sich die Screens bezahlt machen, wenn sie lediglich wie eine Art Wechselträger eingesetzt werden. Werbung auf Screens, egal welcher Grösse, funktioniere nur in Kombination mit aktuellen Informationen, ähnlich wie dies Publiscreen in Bern-Belp probiere, sagt er. «Denn neben dem emotionalen braucht es noch ein rationales Element, damit der Konsument überhaupt hinschaut.» Optimal zielgruppenspezifisches Content Management aber bedinge einen redaktionellen Aufwand, der momentan noch zu teuer sei. Doch wenn dies einmal für die Werbetreibenden wesentlich günstiger zu haben sei, dann «werden auch wir einzelne unserer Positionen zu digitalen Kommunikationsplattfor- men umfunktionieren», sagt Beat Roeschlin.
Markus Knöpfli
Selbst Kinovermarkterin Cinecom verkauft seit September Screens, und zwar an 50 unabhängige Westschweizer Kioske. Demnächst stattet sie zudem schweizweit rund 140 Tankstellen- und Prontoshops von Coop mit Screens aus und vermarktet sie. An 75 Tamoil-Tankstellen ist auch IP Multimedia präsent. Das Pikante daran: CCP hält für Plakatwerbung an Tamoil- und Coop-Tankstellen Exklusivrechte, ebenso für Kleinplakate an unabhängigen Kiosken. Nun gelingt dort aber anderen Firmen der Einstieg – ausgerechnet über das elektronische Plakat.
Auch Citylights, ein kleiner Aussenwerber, wagt sich unter die Screen-Anbieter und vermarktet mittlerweile drei Bildschirme an stark frequentierten Zürcher Standorten. Bis Ende Jahr sollen zwölf weitere folgen. Und selbst vor Stadionwerbung macht die Lust auf Screens nicht halt. Die Cinecom vermarktet seit drei Wochen zwei 12-Quadratmeter-Screens sowie acht 42-Zoll-Plasmabildschirme im Eishockeystadion des EV Zug. Mit weiteren Stadien ist sie derzeit in Verhandlung. Diese Liste ist nicht vollständig und gibt keineswegs alle Screen-Aktivitäten der neuen Anbieter wieder. Doch die Frage stellt sich: Haben die grossen Plakatierer den rechtzeitigen Einstieg bei den «kleinen» Screens (21 bis 50 Zoll) verpasst?
Nur zielgenauer Content bringts
Doch bei CCP, das derzeit davon am meisten tangiert scheint, gibt sich CEO Beat Roeschlin gelassen. «Ich bewundere den Mut all jener, die früh auf dieses Medium aufspringen, aber ich glaube, wir tun einander nicht weh.» Er bezweifelt zudem, dass sich die Screens bezahlt machen, wenn sie lediglich wie eine Art Wechselträger eingesetzt werden. Werbung auf Screens, egal welcher Grösse, funktioniere nur in Kombination mit aktuellen Informationen, ähnlich wie dies Publiscreen in Bern-Belp probiere, sagt er. «Denn neben dem emotionalen braucht es noch ein rationales Element, damit der Konsument überhaupt hinschaut.» Optimal zielgruppenspezifisches Content Management aber bedinge einen redaktionellen Aufwand, der momentan noch zu teuer sei. Doch wenn dies einmal für die Werbetreibenden wesentlich günstiger zu haben sei, dann «werden auch wir einzelne unserer Positionen zu digitalen Kommunikationsplattfor- men umfunktionieren», sagt Beat Roeschlin.
Markus Knöpfli
