Kanal K: 25 Jahre alternatives Radio im Mittelland

Das alternative Mitmachradio Kanal K in Aarau hat am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum mit einem rauschenden Fest gefeiert. Im vergangenen Vierteljahrhundert wurde Kanal K vom Polit- zum Jugendsender. Bei den Regionalradios und -fernsehen gilt er als Talentschmiede.

Gefeiert wurde die Gründung der IG Regionalradio vom 5. Mai 1987. Ein Jahr später rauschten die ersten nicht-kommerziellen Radiowellen über den Aargau. Für sechs Wochen Testbetrieb ging 1988 Radio Alora auf Sendung. Damals herrschte grosse Euphorie. Vor dem Mikrophon sassen vor allem links-alternative und gewerkschaftlich gesinnte Moderatoren sowie der Landeskirche nahe stehende Personen. Sie sahen das Alternativradio als politisches Medium.

Die Macher von Alora bewarben sich schliesslich für eine der beiden freien Konzessionen, die der Bund für den Aargau ausgeschrieben hatte. Da es nur eine Frequenz gab, musste diese gesplittet werden: Radio Argovia erhielt die Frequenz, unter dem Aargauer Regionalradio gingen die Radiomacher von Alora vier Stunden pro Woche auf Sendung.

Kanal K sendet in spanisch, portugiesisch, indonesisch – insgesamt 30 Fremdsprachen sind wöchentlich am Sender zu hören. Immigranten berichten über ihre Heimatländer. Während des Jugoslawien-Krieges berichteten Flüchtlinge aller beteiligten Gruppen über den gleichen Sender aus ihrer Heimat. Die Vielsprachigkeit wird auch vom Aargauer Kuratorium und von Beiträgen aus den Rundfunkgebühren unterstützt. Nicht zuletzt lebt Kanal K jedoch von Mitgliederbeiträgen und von Gönnern. Unterstützt wird auch das Beschäftigungsprogramm «stage-on-air», bei dem rund 20 Arbeitslose ein halbes Jahr Radio machen können.
 
Vom Polit- zum Jugendradio
Heute stellen bei Kanal K 250 freie Sendungsmacher das Progamm. Fest angestellt sind lediglich sieben Personen (350 Stellenprozente). Zusätzlich bildet Kanal K Praktikanten aus, die nicht selten den Sprung zu Radio Argovia, Radio 32 oder Tele M1 schaffen. Die AZ-Mediengruppe honoriert das mit einem jährlichen Ausbildungsbeitrag. Das Verhältnis zum Alternativradio ist heute entspannt.

Von den politischen Anfängen hat sich das Aargauer Alternativradio weitgehend zum Jugend- und Musikradio gewandelt. Gespielt werden nur Lieder, die nicht älter als zwei Jahre alt sind. Regionale und Schweizer Musik machen einen Fünftel des Programms aus.

Die Musik stand denn auch beim Jubiläumsfest im Mittelpunkt. Im Aargauer Kiff spielten am Samstag unter anderem Urban Junior and (K)nights of Trash und My Heart Belongs To Cecilia Winter. Natürlich bautr Radio Kanal K vor Ort ein Studio auf und berichtetr live. (sda)
 

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