Die Uefa hält sich bedeckt, wer die Rechte für die Champions League erhält
Die Schweizer TV-Stationen haben ihre Gebote abgegeben. Doch der Uefa könnten sie zu tief sein.

Bis zum 3. Dezember konnten Interessenten Angebote abgeben für die TV-Rechte der Uefa Champions League. Wer alles mitgeboten hat, ist unbekannt. Mit dabei waren jedoch das Schweizer Fernsehen SRF und der Pay-TV-Sender Teleclub. Beide möchten den Status Quo beibehalten. Teleclub hat aktuell als einziger Anbieter die Rechte für alle Spiele inne, kann alles gleichzeitig zeigen und hat hierfür in Volketswil in ein neues TV-Center investiert. Die Rechte sollen die Swisscom-Tochter aktuell 20 Millionen Franken pro Jahr kosten.
SRF kam mit dem neuen, abgespeckten Angebot verhältnismässig günstig weg. Für drei Millionen Franken pro Jahr darf SRF 2 am Mittwochabend jeweils ein Spiel zeigen. Im November wurde bekannt, dass die SRG daran interessiert ist, diesen Service den Zuschauern auch in Zukunft anzubieten – sofern dies mit dem unter Spardruck stehende Budget zu vereinbaren ist (Werbewoche.ch berichtete).
Teleclub soll das Angebot aufgebessert haben
Ob’s geklappt hat, ist indes unklar. Die Uefa hält sich bedeckt. Wie SRF-Sportchef Roland Mägerle gegenüber dem SonntagsBlick sagt, sei man vom Fussballverband bisher noch nicht kontaktiert worden. Die Zeitung vermutet: Die Uefa ist mit der Höhe der abgegebenen Gebote noch nicht zufrieden. Und dies, obwohl Teleclub dem Vernehmen nach die Offerte noch «erheblich aufgebessert» habe, will der SonntagsBlick wissen.
Grenzüberschreitende Konkurrenz
Dass die Uefa eine Chance auf noch höhere Einnahmen wittert, könnte das Beispiel Deutschland zeigen: Mit Sky, dem bisherigen Anbieter in Deutschland, wurde der Vertrag nicht erneuert. Stattdessen gingen die Rechte an die beiden Internet-Plattformen Amazon und DAZN. Sie teilen sich die Dienstag- und Mittwochspiele. Das ZDF konnte sich den Final sichern.
Laut SonntagsBlick vermuten Branchen-Insider, dass die Angebote von Teleclub und SRF von grenzüberschreitenden Offerten für die DACH-Region konkurriert. So könnte etwa einer der Vertragsnehmer in Deutschland Interesse haben, die Schweiz gegen einen Aufpreis oder mit Kombirabatt ebenfalls bewirtschaften zu dürfen.
Für die Zuschauer hat die aufgeteilte Rechtevergabe vor allem eine Folge: Es sind immer mehr Abos nötig, um alles sehen zu können. Dadurch entstehen höhere Kosten.
