CNN Money Switzerland stellt den Betrieb ein

Nach gut zwei Jahren stellt CNN Money Switzerland den Betrieb ein. Die Corona-Krise hat dem ersten englischsprachigen Wirtschaftssender des Landes den Stecker gezogen.

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Düstere Wolken über dem Medienpark in Zürich-Altstetten: Der Sender CNN Money Switzerland mach dicht und meldet Konkurs an.

Der Verwaltungsrat habe am Vortag entschieden, Konkurs anzumelden, teilte CNN Money Switzerland am Montagabend in einem Communiqué mit.

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Einnahmen seien in den vergangenen sechs Monaten beträchtlich gewesen. «Während die Zuschauerzahlen stark gestiegen sind, sind die Umsätze des Unternehmens eingebrochen», hiess es weiter.

Geschäftspartner, die ihrerseits von der Pandemie betroffen seien, hätten Verträge gekündigt oder die Umsetzung von Projekten verschoben. Die Entwicklungen im Schweizer Werbemarkts liessen keine nachhaltige Rentabilität erwarten.

Nun werde der Sachwalter die Liquidation der Gesellschaft in die Wege leiten. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden werde alles unternommen, um die Folgen dieses Entscheids für die 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu begrenzen, hiess es weiter. Laut Medienberichten von vergangener Woche hat der Sender die Juli-Löhne nicht bezahlt. CH Media hatte am Freitag von einem Showdown übers Wochenende berichtet, Le Temps bereits zuvor über die prekäre Lage des Senders: 27 Angestellte würden seit Juli auf ihren Lohn warten.

 

Megalomanie als Grund fürs Scheitern

Glaubt man Medienberichten wie dem Portal Inside Paradeplatz, ist das Scheitern auch, aber nicht nur Pandemie-bedingt. Lukas Hässig lässt in seinem Artikel kein gutes Haar an Christoph Rasch, dem CEO von CNN Money Switzerland. Dieser hätte «grenzenlos Kohle verbrannt», während die Einschaltquoten «im nicht messbaren Bereich» verharrten.

Dies habe so lange funktioniert, wie zwei Investoren-Brüder aus Bangladesch – ihrem Sikder-Konzern gehören laut CH Media 70 Prozent des Senders – anstandslos alle Rechnungen bezahlten. Als diese Corona-bedingt die Zahlungen stoppten, sei der Sender sofort in finanzielle Schieflage geraten. Das Brüderpaar aus Bangladesch soll sich nun auf der Flucht befinden.

«Der Grund fürs Scheitern liegt in Megalomanie: Selbstüberschätzung bis hin zu abgehoben sein. Statt eine Idee langsam und unter Schonung von Geld im Markt zu etablieren, um erst dann zu gross zu investieren, wird das Geld fremder Leute verpulvert», so das Fazit von Hässig.

 

Prominente SRF-Köpfe als Aushängeschilder

Die Lancierung des Senders wurde im Januar 2017 angekündigt (Werbewoche.ch berichtete). Damals war davon die Rede, CNN wolle CNN Money Switzerland als eine Art Labor für weitere Märkte in Europa nutzen. Der Sender verpflichtete in der Folge eine Reihe erfahrerer Journalistinnen und Journalisten – den ersten Chefredaktor Urs Gredig warb man bei SRF ab. Als er zurücktrat, verpflichtete man als Nachfolgerin SRF-Wirtschafts-Aushängeschild Patrizia Laeri (Werbewoche.ch berichtete).

 

Der Sender gehörte nicht zu CNN

Am 24. Januar 2018 war der Sender mit viel Brimborium am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos auf Sendung gegangen. Täglich wurde eine dreistündige Sendung von 18 bis 21 Uhr ausgestrahlt, die sich an Führungskräfte, Geschäftsleute, Reiche und Meinungsbildende richtete.

Anders als es der Name des Fernseh-Senders vermuten liess, gehört CNN Money Switzerland nicht zum US-amerikanischen Nachrichtensenderpionier CNN, der 1980 als erster Fernseh-Kanal der Welt rund um die Uhr Nachrichten sendete. CNN Money Switzerland sei eine private Schweizer Firma mit Sitz in Lausanne, hatte deren Gründer Christophe Rasch Ende 2017 im Hinblick auf den Sendestart gesagt. (hae/SDA)

 

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