Bundesrat Pfister an Dreikönigstagung: «Medien spielen zentrale Rolle im Kampf gegen Beeinflussungsaktivitäten»
Zum Auftakt des Medienjahres 2026 setzte die Dreikönigstagung des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM) ein klares sicherheits- und medienpolitisches Signal: In Zeiten von Desinformation und Künstlicher Intelligenz sind starke, glaubwürdige Medien unverzichtbar für die nationale Sicherheit.
Bundesrat Martin Pfister und VSM-Präsident Andrea Masüger forderten einen wirksamen Schutz journalistischer Inhalte und verbesserte Rahmenbedingungen für den Journalismus.
Zum Auftakt des Medienjahres 2026 setzte die Dreikönigstagung des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM) ein klares sicherheits- und medienpolitisches Signal: In Zeiten von Desinformation und Künstlicher Intelligenz sind starke, glaubwürdige Medien unverzichtbar für die nationale Sicherheit. Bundesrat Martin Pfister und VSM-Präsident Andrea Masüger forderten einen wirksamen Schutz journalistischer Inhalte und verbesserte Rahmenbedingungen für den Journalismus.

Bundesrat Martin Pfister, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), ordnete die Rolle der Medien in der instabilen geopolitischen Lage ein. Der Informationsraum sei zu einem sicherheitspolitischen Schauplatz geworden, auf dem hybride Konfliktformen wie gezielte Desinformation das Vertrauen in Institutionen untergraben sollen. „Wer den Informationsraum eines Landes destabilisiert, schwächt seine Sicherheit», warnte Pfister.
Besonders die Künstliche Intelligenz wirke als Beschleuniger, da sie Desinformation glaubwürdiger und kostengünstiger mache. Umso wichtiger sei die Einordnung durch Qualitätsjournalismus, so Pfister: «Ein gesundes Mediensystem ist Teil unserer Sicherheitsarchitektur.» Medien lieferten die notwendigen Fakten und schafften Orientierung in einer zunehmend manipulierten Informationsumwelt.
Künstliche Intelligenz: Faire Vergütung muss durchgesetzt werden
VSM-Präsident Andrea Masüger kritisiert die unentgeltliche Nutzung journalistischer Inhalte durch Tech-Plattformen: „Wir liefern gratis den Rohstoff für deren Geschäftsmodell.“ Als zentralen politischen Hebel nannte Masüger die Motion Gössi, welche den Bundesrat verpflichte, das Urheberrecht auch gegenüber KI-Diensten durchzusetzen. Sein Fazit: „Die Verlage müssen eine Vergütung für den Rohstoff erhalten, den andere vergolden.»
Vor diesem Hintergrund steht die Frage im Zentrum, wie Journalismus und Künstliche Intelligenz künftig koexistieren können. Der internationale Schwerpunkt der Tagung machte deutlich, dass nationale Alleingänge angesichts global agierender Plattformen nicht ausreichen. Weltverlegerpräsidentin Ladina Heimgartner und Karen Rønde, CEO der dänischen Medien-Verwertungsgesellschaft DPCMO, waren sich einig: Es braucht klare rechtliche Leitplanken und eine konsequente Durchsetzung der Regeln.
Zum Abschluss der Tagung zeigten Prof. Dr. Miriam Meckel und Dr. Léa Steinacker auf, dass KI den Kern demokratischer Öffentlichkeit berührt. Sie warnten vor einer Flut KI-generierter Inhalte mit hoher Fehleranfälligkeit und betonten die zentrale Rolle journalistischer Medien als Orte der Einordnung, des Vertrauens und des demokratischen Diskurses in einer von KI geprägten Informationswelt.
Medienkompetenzförderung und Werbemarkt: Hebel für die Zukunft
Im Fokus der Dreikönigstagung 2026 stand sodann die Förderung der Medienkompetenz – unter anderem anhand des Beispiels von Amedia in Norwegen, das über 100 Publikationen für Jugendliche gratis zugänglich gemacht hatte, wie Konzernleitungsmitglied Marte Ingul aufzeigte. fög-Direktor Professor Mark Eisenegger erläuterte anhand der neuen fög-Studie «Mediennutzung 2035», dass die Zahlbereitschaft für Online-Nachrichten bei Jugendlichen steigt, wenn diese eine höhere Medienkompetenz haben.
Im Fokus stand zudem die Bedeutung journalistischer Medien als Werbeumfeld: Gemäss der fög-Studie werden die Masse KI-generierter Online-Beiträge und damit der Vertrauensgap weiter steigen. «Werbung im Umfeld glaubwürdiger, faktengeprüfter Schweizer Medien wirkt wesentlich besser als im Fake-News-Umfeld von Social Media. Das belegt die Konsumentenstudie von gfs-zürich», sagt Pia Guggenbühl, Direktorin des VSM.
Einfachere Medienbuchungen dank Kooperationen
Auf einem Werbemarkt-Panel diskutierten Dr. Markus Wirth, Verwaltungsratspräsident von OneLog und COO Ringier Medien Schweiz, und Jan De Schepper, Präsident des SWA-ASA. Gemäss De Schepper können Kooperationen wie OneDSP wesentlich dazu beitragen, Buchungen bei Medienhäusern einfacher und somit attraktiver für die Werbenden zu machen. Jeder Franken, der den Medien durch Plattformen entzogen werde, fehle letztlich für die nachhaltige Finanzierung von Qualitätsjournalismus.

