Basler Zeitung Medien streichen 25 Stellen

Update: Die Basler Zeitung Medien-Gruppe (BZM) beendet per Ende Jahr die Vermittlung von Inseraten an Dritte. In der Folge werden die Aktivitäten der Tochterunternehmen Keymedia und Allmedia eingestellt und 25 Stellen abgebaut, teilte die BZM am Dienstag mit.

Grund dafür ist, dass der Verlag der Basler Zeitung sich künftig auf das Kerngeschäft, die Basler Zeitung, konzentrieren wolle, teilt Kommunikationsleiter Roger Berger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Im Zuge dieser Reorganisation werde das Vermittlungsgeschäft komplett eingestellt. Wo genau im Verlag die 25 Stellen abgebaut würden, sei derzeit noch nicht klar. In einzelnen Bereichen seien Kündigungen nicht zu vermeiden. Die Redaktion der Basler Zeitung sei aber nicht betroffen.

 Die Frage nach einem Sozialplan stelle sich aber derzeit nicht, erklärte Berger. Weitergehende Fragen wollte die BZM gegenüber SDA nicht beantworten. In der Medienmitteilung bedauerte die BZM die Massnahmen.

«Konzentration aufs Kerngeschäft» ist nur die halbe Wahrheit

Was aus der Medienmitteilung nicht hervorgeht: Das Einstellen des Vermittlungsgeschäftes hat weniger mit der Konzentration aufs Kerngeschäft zu tun, sondern ganz direkt mit den im September vermeldeten Abgängen des ehemaligen CEOs Roland Steffen und des Werbemarktleiters Harry Zaugg. Denn die beiden BZM-Kader führen das Vermittlungsgeschäft weiter – über die im Oktober gemeinsam gegründeten Firma Zaugg & Partner mit Sitz in Oftringen, wie das Basler Nachrichtenportal Onlinereports schon vor einigen Wochen feststellte.

Wie aber kommen Steffen und Zaugg dazu, der BZM das Vermittlungsgeschäft «abzuluchsen»? Ganz einfach: Die beiden haben es seinerzeit zur BZM gebracht – und nehmen es jetzt natürlich auch wieder mit.

Keymedia brachte der BZM Gewinn ab

Um dies zu verstehen, muss man etwas zurück blenden: Als Steffen und Zaugg 2005 von der Publicitas-Filiale Aarau zur BZM wechselten – Steffen wurde damals BaZ-Verlagsleiter – folgte ihnen nicht nur ihre Crew, sondern auch ein grosser Kundenstamm, darunter Otto’s. Der Grund: Die Kunden wollten weiterhin von Steffen und Zaugg betreut werden. Das führte dazu, dass die BZM seinerzeit mit Keymedia eine Tochterfirma gründete, die weiterhin Inserate von Kunden an Dritte vermittelte. Bemerkenswert daran: Damals war die PubliGroupe noch zu 37 Prozent an der BZM beteiligt und keineswegs erfreut darüber, dass ihr ein Teil ihrer Aarauer Kunden den Rücken kehrte. Der damalige Baz-Verleger Matthias Hagemann sah dies aber pragmatisch. «Mit Key Media haben wir für Herrn Steffens Kundschaft ein juristisches Gefäss geschaffen, was uns nebenbei insofern gelegen kam, als wir damit die Publicitas Basel zu grösseren Leistungen motivieren können», sagte er damals gegenüber der Werbewoche. Später kam dann auch noch Allmedia hinzu – zwecks Arbeitsteilung: Fortan vermittelte Keymedia Werbung an Zeitungen und Zeitschriften und Allmedia im elektronischen Bereich.

Steffens und Zauggs Kunden kamen der BZM aber auch deshalb gelegen, weil sie Umsatz und von Anfang an auch Gewinn generierten. In ihrem Geschäftsbericht 2005/06 wies die BZM erst- und letztmals die Umsätze von Key Media aus: 13,5 Millionen Franken. Das waren 5 Prozent des damaligen Gruppenumsatzes von 272 Millionen Franken. Mittlerweile dürfte dieser Anteil deutlich höher sein – Onlinereports nannte gestern unter Berufung auf eine nicht genannte «zuverlässige Quelle» die Zahl 37 Millionen – davon 2 Millionen Gewinn. Mit andern Worten: Die Tatsache, dass die BZM Keymedia und Allmedia verliert, dürfte ihre Probleme eher vergrössern als vermindern.

Otto’s und Landi bleiben Zaugg treu

Noch unklar ist, wie viel der aktuellen Key- und Allmedia-Kunden Steffen und Zaugg mitnehmen können. Auf Anfrage sagte Zaugg, dass er bisher zwar verschiedene Zusagen habe, jedoch erst für Otto’s und Landi konkrete Buchungen habe vornehmen können. «Wir fangen wieder ganz klein an», sagte er.

Nebenbei: Steffen selbst ist zwar bei Zaugg & Partner beteiligt, er wird dort aber nicht operativ tätig sein. Denn vor wenigen Wochen ist er in die Geschäftsleitung von Otto's in Sursee eingetreten, wie wiederum Onlinereports vermeldete.

Markus Knöpfli

 

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