Bakom plant Grossaktion gegen Schleichwerbung

Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen.

Man plane eine «flächendeckende
Untersuchung» zur Schleichwerbung im Fernsehen, kündigte Bakom-Direktor
Martin Dumermuth im SonntagsBlick an. Eine Nachfrage der Werbewoche
ergab, dass das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt.
«Wir haben
das Konzept der Untersuchung noch nicht erstellt», sagte Bakom-Juristin
Susanne Marxer der Werbewoche. Ungefähr im Spätherbst werde das
Bundesamt damit beginnen, eine Auswahl an Programmen zu sichten. Man
werde vor allem die grösseren Sender mit Eigenproduktionen unter die
Lupe nehmen, die Untersuchung aber in allen Sprachregionen durchführen.

«Wir werden prüfen, ob für Produktplatzierungen in TV-Produktionen
Sach- oder Geldleistungen bezahlt wurden und ob diese korrekt
ausgewiesen sind. Die Veranstalter sind uns dabei auskunftspflichtig,
müssen also Verträge oder geforderte Informationen vorlegen», erklärte
Marxer. Wenn das Bakom Rechtsverstösse feststellt, kann ein Verfahren
durchgeführt werden. In erster Linie gehe es dann darum, festzustellen,
ob Schleichwerbung vorliege und diesfalls die Sender aufzufordern,
diese zu beseitigen. Ein Strafverfahren hingegen werde nur eröffnet,
wenn ein schwerwiegender Fall vorliegt.

Das Bakom wurde in diesem Jahr schon einige Mal wegen Schleichwerbung,
Werbung für den Sponsoren oder ungenügender Sponsorennennung im
Fernsehen aktiv und machte eine Aufsichtsbeschwerde. Neben dem viel
diskutierten «Traumjob»-Fall von SF DRS vom Juli wurden folgende
gerügt: Die SRG für die Sendungen «Fensterplatz» und «Spielfilm», Sat.1
Schweiz für «live ran», Presse TV für «Fussballtalk» und Telebärn für
die «Murmi News».

Carole Scheidegger

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