BAK setzt neue Impulse für die Schweizer Filmpolitik
Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat an den Solothurner Filmtagen die Weichen für die Filmförderung ab 2026 gestellt. Im Fokus stehen Publikum, Vielfalt und Nachhaltigkeit, ergänzt durch neue Ansätze zur internationalen Vernetzung und Förderung innovativer Formate.
Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat im Rahmen der Solothurner Filmtage die Grundzüge einer umfassenden Weiterentwicklung der Filmpolitik vorgestellt. Ziel ist eine Neuausrichtung hin zu einer globalen Audiovisionspolitik, die stärker auf veränderte Konsumgewohnheiten und aktuelle Herausforderungen der Branche eingeht. Die daraus abgeleiteten Massnahmen für die Förderperiode 2026 bis 2028 werden im Herbst 2025 verabschiedet und sollen ab Januar 2026 gelten.
Fokus auf Publikum, Vielfalt und Nachhaltigkeit
Die künftige Filmförderung des Bundes will verschiedene Publikumsgruppen stärker berücksichtigen. Neben Kinoveröffentlichungen rücken auch Streaming-Plattformen, Festivals und andere Kanäle in den Fokus. Zudem soll die Genrevielfalt gefördert werden – Produktionen, die sich an ein breiteres Publikum richten, wie zum Beispiel Familienfilme, sollen vermehrt unterstützt werden, wie das BAK schreibt.
Auch die Transparenz bei Förderentscheiden soll verbessert werden. In der Nachwuchsförderung ist ein spezielles Begleitcoaching geplant, um junge Filmschaffende gezielt zu unterstützen. Darüber hinaus möchte das BAK innovative Projekte wie XR (Extended Reality) fördern und die ökologische Nachhaltigkeit sowie faire Entlohnung im Filmschaffen stärken.
Internationale Vernetzung und strukturelle Anpassungen
Die Förderung der internationalen Zusammenarbeit spielt eine zentrale Rolle. Neue Koproduktionsabkommen sollen Schweizer Produktionen mehr Sichtbarkeit im Ausland verschaffen. Gleichzeitig ist eine bessere Koordination zwischen regionalen, nationalen und privaten Förderstellen geplant, um grössere Projekte effizienter zu realisieren.
Antwort auf den digitalen Wandel
Die strategische Neuausrichtung basiert unter anderem auf der Studie «Schweizer Filmförderung im Wandel», die das BAK 2023 in Auftrag gegeben hat. Sie zeigt, wie stark die Digitalisierung Herstellungs- und Auswertungsprozesse verändert hat. Die neuen Massnahmen sollen sicherstellen, dass die Schweizer Filmförderung zeitgemäss bleibt und die Branche langfristig unterstützt. Bis zur Verabschiedung der Massnahmen im Herbst 2025 führt das BAK wie gewohnt eine Konsultation mit der Filmbranche durch.

