Axel Springer startet EU-Berichterstattung mit US-Partner
Der Axel-Springer-Verlag baut zusammen mit seinem US-Partner Politico die EU-Berichterstattung aus und sucht nach neuen Erlösquellen durch Abo-Dienste für Experten der Brüsseler Politik.
Das Gemeinschaftsunternehmen habe das Magazin European Voice gekauft und werde dieses ab Frühjahr 2015 unter dem Namen «Politico» erscheinen lassen, kündigten beide Firmen am Mittwoch an. Geplant seien eine Webseite, eine wöchentliche Zeitung und ein Abo-Nachrichtendienst.
Allerdings gibt es vor dem Start einen Markenstreit. Denn das Unternehmen Firmenwelten mit Sitz im deutschen Bielefeld hat sich nach eigenen Angaben «Politico» im August 2013 beim Deutschen Patent- und Markenamt registrieren lassen. «In Deutschland und ganz Europa liegen die Markenrechte bei uns», sagte Firmenwelten-Verwaltungsratspräsident Rainer von Holst der Nachrichtenagentur Reuters. Er selbst plane, das bestehende Online-Portal Politico24.eu noch in diesem Jahr mit einem politischen Schwerpunkt auszubauen.
Holst hat dem US-Unternehmen Politico LLC nach eigenen Worten angeboten, dass es die Marke «Politico» mittels eines Lizenzvertrags über 20 Jahre und zwei Millionen Euro jährlich nutzen kann. Eine Reaktion darauf habe es nicht gegeben, stattdessen habe Politico LLC beim Landgericht Bielefeld Anfang Dezember Firmenwelten wegen Markenpiraterie verklagt.
Springer reagierte gelassen auf das laufende Verfahren, über das zuvor das Handelsblatt berichtet hatte. «Der Start von Politico ist in keiner Weise vom laufenden Rechtsstreit um Markenrechte bedroht», sagte eine Springer- Sprecherin. Firmenwelten habe die Markenrechte nur für Deutschland, für den Rest Europas lägen sie bei Politico.
