Arbeitszeiten bei Somedia werden überprüft

Syndicom und Impressum nehmen nach den grossen Zürcher Medienhäusern auch das Bündner Verlagshaus Somedia unter die Lupe. Die Zeiterfassung bei der Tageszeitung Südostschweiz soll durch das Arbeitsinspektoriat überprüft werden.

Eine vereinfachte Zeiterfassung, wie sie das Verlagshaus Somedia eingeführt habe, könnten die Organisationen der Journalistinnen und Journalisten nur dann akzeptieren, wenn sie im Rahmen eines Gesamtarbeitsvertrages vereinbart sei, teilten die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband Impressum am Freitag mit. Die Medienschaffenden seien ansonsten auf den Gesundheitsschutz der gesetzlichen Zeiterfassung angewiesen. Beim Verlagshaus Somedia – zu dem auch die Werbewoche gehört – war am Freitag keine Stellungnahme zu den neusten Entwicklungen zu  erhalten. Die Unternehmung werde sich äussern, aber zu einem späteren Zeitpunkt, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Aufforderung zu GAV-Verhandlungen

Die Anzeige steht im Zusammenhang mit der Aktion «jetzt schlägt's 13». Damit wollen die Gewerkschaften eigenen Angaben zufolge am 13. jeden Monats die Arbeitsbedingungen der Journalisten mit einer gezielten Aktion verteidigen. Die grossen Zürcher Verlage NZZ, Tamedia und Ringier sowie die Zehnder Mediengruppe in Wil SG wurden angezeigt. Auch ihnen wird vorgeworfen, die Arbeitszeiten der Medienschaffenden nicht gesetzeskonform zu erfassen. Die Überprüfung des gesetzlichen Gesundheitsschutzes werde dadurch verunmöglicht. Verbunden mit der Anzeige ist die Aufforderung an die Medienhäuser, mit den Organisationen der Medienschaffenden in Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu treten. Zwischen Journalisten und Verlegern in der deutschsprachigen Schweiz sowie im Tessin besteht seit zehn Jahren kein solcher Vertrag mehr. (SDA)

Anmerkung: Ursprüngliche SDA-Meldung angepasst, Somedia wurde nicht angezeigt.

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