Young Lions: Das sind die Schweizer Teams

Auch dieses Jahr messen sich in Cannes die besten Nachwuchs-Kreativen beim Young Lions Wettbewerb. Die Gewinner-Teams des ADC Young Creative Awards 2015 vertreten die Schweiz.

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Die Erinnerungen an den letztjährigen Nachwuchs-Wettbewerb in Cannes sind bestens: Zum ersten Mal holte ein Schweizer Zweierteam 2015 Gold. Dominique Magnusson und Kevin Zysset, Sieger des ADC Young Creatives Awards 2014, gewannen in Cannes bei den Young Lions sensationell Gold in der Kategorie «Cyber» (Werbewoche.ch berichtete).

Auch dieses Jahr schickt der ADC Schweiz drei kreative Zweierteams nach Cannes, um in drei der insgesamt sieben Kategorien um Gold zu kämpfen: Christian Frei und Oscar Jacobson (Film), Sandy Pfuhl und Edoardo Moruzzi (Cyber) sowie Emilie Oltramare und Michel Kissling (Print). Qualifiziert haben sie sich durch ihre Siege beim ADC Young Creative Award (Werbewoche.ch berichtete). Beim Young Lions Wettbewerb haben die Teams 24 Stunden Zeit, das Briefing einer NGO umzusetzen. Die Arbeiten werden danach von der Jury der entsprechenden Cannes-Lions-Kategorie bewertet und an der jeweiligen Awards Show prämiert.

Die Werbewoche stellt die diesjährigen Teams vor, drückt alle verfügbaren Daumen – und berichtet natürlich über allfällige Erfolge. (hae)

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Die nachnominierten Gewinner der Kategorie Film und Teilnehmer an der Young Lions Competition: Christian Frei und Oscar Jacobson.

Wir sind …
… Christian Frei, 21, Junior Art Director bei W4 Marketing, und Oscar Jacobson, ebenfalls 21, Junior Art Director bei Transformer.
«Wir konnten in kleinen Agenturen Erfahrung verschiedenster Art sammeln, die nun in unserer Teamarbeit zum Vorschein kommt. Uns verbindet eine grosse Leidenschaft für Illustration, der wir auch gemeinsam nachgehen.»

Uns ist wichtig, dass …
… wir nicht an einem Punkt stehen bleiben. Es ist leicht, bei dem Gewohnten zu bleiben, doch neue Herausforderungen bringen die nötige Abwechslung und helfen dabei, uns weiterzuentwickeln.

Unser Ziel ist …
… in Cannes 100 Prozent zu geben und unsere Erkenntnisse aus dem Bootcamp an der Competition umzusetzen. Gegen die enorme Konkurrenz werden wir nur auf diese Weise bestehen können.

Werbewoche: Was ist Kreativität für euch?
Bestehendes durch andere Perspektiven und Kombinationen in etwas Neues, Überraschendes umzuwandeln. Neue Ansätze ins Spiel bringen. Muster erkennen, wo für andere nichts ist. Unsere kindliche Kreativität nimmt mehr und mehr ab, da sie in unserem gängigen Schulsystem eher unterdrückt als gefördert wird. Dabei ist genau diese Denkweise essenziell für kreative Menschen: Kinder lassen sich nicht von Normen und Erwartungen einschränken, sie probieren frei ungehemmt und voller Neugier Neues aus.

Wo seht ihr Film und Virtual Reality in zwei Jahren?
In zwei Jahren wird VR marktfähig sein und dies könnte sich als genauso bahnbrechend erweisen wie das Aufkommen des Internets. Beim Film geht es schon seit jeher um die Immersion. Die Welt um sich herum vergessen. Was könnte immersiver sein als Virtual Reality? Interaktive 360°-Filme sind zwar eine aufregende Entwicklung, viel bedeutender scheint VR auf den zweiten Blick aber in anderen Bereichen. Sei es als gefahrloses Training für heikle Situationen, oder zur Überwindung einer Höhenangst.

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Die YCA-Gewinner der Kategorie Film sowie der Kategorie Cyber: Sandy Pfuhl und Edoardo Moruzzi.

Wir sind …
« … zwei aus der Kreation. Art, nicht Text.»
Sandy Pfuhl, 28, und Edoardo Moruzzi, 27. Beide zurzeit Junior Art Director bei Publicis Communications Schweiz.

Uns ist wichtig, dass …
… wir Spass an dem haben, was wir tun. Man kann nur dann Leute erreichen, wenn man etwas erschafft, das einen selbst überzeugt.

Unser Ziel ist …
… in Cannes unser Bestes zu geben. Letztes Jahr wurde ordentlich vorgelegt. Hut ab! Wenn wir nur annähernd so gut abschneiden, wird gross gefeiert.

Werbewoche: Was ist Kreativität für euch?
Die Fähigkeit, Dinge so zu kombinieren, dass etwas Neues entsteht. Dinge, die allgegenwärtig sind, werden niemandem auffallen. Es gilt also, einen unerwarteten Weg zu finden. Wir sind keine Künstler, die sich selbst verwirklichen wollen. In einer Agentur muss eine Lösung her, die Kunde, Budget, Timing und Kreativität berücksichtigt. Beim Ausdenken der Ideen behalten wir allerdings immer im Hinterkopf: Ausnahmen sind meist besser als die Regel.

Wo seht ihr Film und Virtual Reality in zwei Jahren?
Wahrscheinlich werden die beiden Themen auf Dauer immer weiter verschmelzen. Nach den ersten Schritten von Oculus werden die Nächsten nicht ewig auf sich warten lassen. Mal sehen. Für uns wird es aus beruflicher Sicht jedenfalls eine grosse Herausforderung, dies für Werbung einzusetzen. Bislang ist das Ganze eine schöne Spielerei, die rein der Unterhaltung dient. Es fehlt noch der Nutzen, damit es für die breite Masse werblich interessant wird.

Was ist mit Cyber möglich, das keine andere Kategorie kann?
Cyber eröffnet ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten, wie man seine Kunden erreichen kann. Ob über eine App, eine Website, Social Media oder über Augmented-Reality-Lösungen. Vieles ist durch die Kombination von Technologie und Kreativität möglich und daher umso spannender für uns. Schon kleine Ideen können hier Grosses bewirken und dank der sozialen Medien spricht nicht nur die Marke zum Kunden, sondern es entsteht ein Dialog, der in vielen Fällen mehr wert ist als jedes Plakat.

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Die Gewinner der Kategorie Outdoor: Michel Kissling und Emilie Oltramare.

Wir sind …
… Michel Kissling, 23, Junior Art Director bei TBWA\Zürich und Emilie Oltramare, ebenfalls 23, Junior Art Director in Teilzeit bei Mao Communication und Freelance.
«Obwohl wir beide aus dem Kanton Neuenburg sind, haben sich unsere Wege erst während unseres Studiums in Genf gekreuzt. Daraus ist sehr schnell eine enge Freundschaft und eine sehr produktive Arbeitsbeziehung entstanden.»

Uns ist wichtig, dass …
… wir jeden Tag mit einem Lächeln aufstehen und Spass an unserer Arbeit haben. Aber vor allem: Immer wieder neue Ideen und Kreationen zu entwickeln. Das ist ja das Schöne an diesem Beruf.

Unser Ziel ist …
Kurzfristig wären wir überglücklich, einen Preis aus Cannes zurückzubringen. Wir werden uns natürlich auch von der kreativen Energie des Festivals inspirieren und uns von dieser einmaligen Erfahrung bereichern lassen. Auf jeden Fall werden wir voller Elan zurückkommen und weiterhin gute Werbung machen.

Werbewoche: Was ist Kreativität für euch?
Kreativität ist ein wundervolles Werkzeug. Sie erlaubt uns, die verschiedensten Probleme zu lösen – egal in welchem Gebiet. Kreativität bedeutet für uns aber auch: frische Ideen zu erschaffen, die die Welt bewegen. Dass das mit Werbung möglich ist, haben erfolgreiche Kampagnen immer wieder bewiesen.

Was haltet ihr von interaktiven Plakaten – lassen sich die Möglichkeiten in den nächsten Jahren noch weiter ausschöpfen?
Wir sehen interaktive Plakate als vielversprechende kreative Gelegenheit. Selbst wenn das Plakat eines der ältesten Werbemittel der Welt ist, heisst das noch lange nicht, dass es altmodisch sein muss! Interaktive Plakate erweitern das Medium um eine völlig neue Dimension, die es dem Publikum erlaubt, aktiv mit dem Werbemittel zu interagieren – zum Beispiel über Social Media oder ganz direkt über einen Live-Stream.

Interviews: Ursina Maurer

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