Wirz bringt das Buch ins Gespräch

Vom Namen Wirzandfriends sollte man sich nicht auf eine falsche Fährte locken lassen: Claudius Wirz betreibt nämlich keine Werbeagentur, sondern eine Agentur für Buch, Medien und Kultur.

Vom Namen Wirzandfriends sollte man sich nicht auf eine falsche Fährte locken lassen: Claudius Wirz betreibt nämlich keine Werbeagentur, sondern eine Agentur für Buch, Medien und Kultur.Im Zentrum seiner Geschäftsaktivitäten steht das Buch, seine Inszenierung – und seine Vermarktung. Wirz betreibt seit dem Februar 2001 eine Schnittstelle zwischen Sponsoren und Autoren, Verlagen, Presse und Buchhandlungen. Wirz arbeitet mit einer Mitarbeiterin zusammen, die Friends bilden ein weit verzweigtes Netzwerk von persönlichen Kontakten, die er flexibel für Projekte beiziehen kann und
die bis an die Elbe reichen.
Das Know-how holte sich der gelernte Buchhändler bei diversen Verlagen und Buchhandlungen in der Schweiz und bei einer Vermarktungsagentur in Hamburg. Unter anderem war er auch als Verantwortlicher Kommunikation bei Orell Füssli Buchhandels AG tätig.
Die Agentur Wirzandfriends will hauptsächlich Bücher in den Mittelpunkt von Veranstaltungen und Events rücken. Das Spektrum reicht von Lesungen über Pressekonferenzen für Verlage bis zum grossen Projekt des kommenden Jahres, dem ersten Zürcher Literaturfestival. Dieses soll vom 1. bis 3. März 2002 stattfinden und sich über drei Tage und vier Nächte hinziehen. Nationale und internationale Autoren geben sich ein Stelldichein am Hauptveranstaltungssort, am Unterwek Selnau, und in anderen Locations wie einem Gerichtssaal oder der Probebühne des Schauspielhauses.
Sowohl beim Literaturfestival als auch bei anderen Anlässen legt Wirz Wert darauf, literarische Anlässe von ihrem verstaubten Image zu befreien. «Das Festival wird beispielsweise zu 80 Prozent aus Literatur und zu 20 Prozent aus Musik bestehen», verrät Wirz. Das ergibt interessante Kombinationsmöglichkeiten wie lesen und rappen oder Krimis und Jazz.
«Das Buch ist wieder im Kommen», stellt der Agenturgründer fest. Der Lesekonsum in Deutschland etwa steige seit langem wieder, und auch trendige junge Leute liessen sich durchaus als Publikum für literarische Anlässe rekrutieren. Ausserdem spürt Wirz ein wachsendes Interesse auch von grossen Unternehmen wie Versicherungen oder Telekommunikationsfirmen, sich im Buchbereich zu engagieren.
Allzu eng will er die Grenzen des Buches nicht ziehen. So wird die Agentur in den kommenden Wochen im Auftrag von Go-Between Communications auch Promotion für den am 19. Dezember startenden Film «The Lord Of The Rings» betreiben – allerdings in Buchhandlungen. (ba)

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