Wenn der Mohrenkopf seine Stimme erhebt
Fundraising Zur Bekanntmachung von Simon Estes’ Benefizkonzert im Zürcher Grossmünster riskiert McCann-Erickson eine dicke Lippe.
Fundraising Zur Bekanntmachung von Simon Estes’ Benefizkonzert im Zürcher Grossmünster riskiert McCann-Erickson eine dicke Lippe.Charity-Galas leben vom Glamour ihrer prominenten Gäste, von der Medienresonanz und vom guten Gewissen, den der Erlös hinterlässt. Für die Einladung und Bekanntmachung genügen meistens ein nettes Motiv und das obligate Namedropping, um die Veranstaltung zum Publikumserfolg zu machen. Darf man dieses Ziel auch mit provokativen Mitteln verfolgen?Der weltberühmte, farbige Bass-Bariton Simon Estes meint ja. Als Gastgeber eines Benefizkonzerts im Zürcher Grossmünster, bei dem er in Begleitung eines Chores und mehrerer Sänger und Sängerinnen singt, hat er einer augenscheinlich auf ihn gemünzten rassistischen Werbekampagne zugestimmt: Ein Mohrenkopf im Lichtkegel, auf dem sein Name steht, mit Datum und Ort des Konzerts. Mit dem Einfall knüpft die verantwortliche Agentur McCann-Erickson an den nicht minder aufwühlenden und international beachteten TV-Spot «Gun» an. Mit dem versuchte Estes’ Stiftung International Foundation for Children, Strassenkinder in Südafrika von den Strassen zu holen und ihnen mit den Spendegeldern eine Ausbildung zu ermöglichen. Nach seinen Fundraising Anlässen wie die Bulgari-Auktion, sein Pancakes-Brunch im Dolder oder die Golf-Trophy will er 800 Gäste in das Grossmünster locken.
Die süsse Provokation auf Inseraten, Plakaten und im TV-Spot löst die Copy elegant mit dem Hinweis auf, dass politische Unkorrektheiten wie die dargestellte weniger gravierend sind als die Tatsache, dass in Südafrika immer noch nicht jedes Kind in die Schule gehen kann.
Provokativ: Konzertwerbung des farbigen Sängers Simon Estes.
Die süsse Provokation auf Inseraten, Plakaten und im TV-Spot löst die Copy elegant mit dem Hinweis auf, dass politische Unkorrektheiten wie die dargestellte weniger gravierend sind als die Tatsache, dass in Südafrika immer noch nicht jedes Kind in die Schule gehen kann.
Provokativ: Konzertwerbung des farbigen Sängers Simon Estes.
Luca Aloisi
