Weltoffen bilanzierte Kunst

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschÀ la bâloise» startete die Shortlistwoche, nämlich mit dem Besuch der international angesehensten Kunstmesse der Welt, der Art in Basel. Es ging mit der Bilanz und der Weltwoche ans Eingemachte. Die Vorpremiere zur kunstvollen Ausstellung in den Messehallen am Rheinknie besuchten denn auch einige Zürcher Werbewürdenträger – nicht zuletzt, um dem profanen Publikum die teure und im Wert steigende Kultur an der Vorzugsveranstaltung vor der Nase wegzukaufen. Der «Tag davor» geniesst – man weiss davon – nicht zu Unrecht Kultstatus. Leider beinahe zu viel! Die Frage muss erlaubt sein, ob denn am Dienstag (inoffizielle Eröffnung) oder am Mittwoch (offizielle Eröffnung) mehr zahlungskräftige Leute erwartet würden? Zumal ja die echt reichen Insider eh schon am Montag einkaufen gehen! Und dienstags folgen die geladenen Honorablen, die im letzten Börsenjahr ärger gebeutelt wurden als sämtliche vertretenen Künstler und Restbesucher miteinander. Das war den umherpilgernden Anwälten ebenso anzusehen wie den Schönheitschirurgen, Möchtegernkunstsammlern, Weinhändlern, In-Restaurateuren und Werbern. Zwar war deren Zahl wiederum Legion und somit grösser denn je. Die langen Gesichter, hervorgerufen durch die Preisetiketten an den Outlets, stammten nicht nur vom Blick auf Munchs und Picassos. Die zu bezahlenden Preise auch für Gegenwartskünstler überstiegen offensichtlich jedwelche Budgets irgendwelcher Schnäppchenjäger.
Was allerdings die Gäste des Jean Frey-Verlags nicht hinderte, die gewieften Kunstführer und Referenten nach Trouvaillen zu fragen. Andy Illien beispielsweise führte darauf hin seine Gruppe ins Outlet der Galerie de France, wo er einen chinesischen Künstler namens Chong zeigen liess und über alle Massen auslobte. Preis pro Bild jetzt – 3500 Franken, geschätzter Preis in zehn Jahren: mindestens das Dreifache. Doch keiner dieser Kunst-Flight-Teilnehmer – darunter immerhin Peter Kettiger, Theophil Butz, Marion Wagner, Hans Tanner oder auch Victor Zahn – befanden sich in Kauflaune.
Auf eine neue Art – man verzeihe das Spiel mit dem Wort – präsentierten sich letzte Woche die Verantwortlichen des Magazins Hochparterre. Mit feinsten Würsten vom Grill, mit diversesten Fleischfüllungen, und mit viel Wein wurde das Redesign gefeiert. Hinter der Theke stand kein Unbekannter: Marco Valpiani haben wir letztes Jahr noch in Sachen Film- und Spotproduktion gesehen und erwähnt. Mittlerweile führt er die Geschäfte der Spezerei Buonvicini & Söhne, Anbieterin von allerlei vergorenen Rebensäften italienischer Provenienz und gaumenmundigen Leckereien. Ebenfalls mit dabei: Pia Schleiss, Studienleiterin an der HGK Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Mit ihr konnte man sich trefflich über vorgelagertes Produkte- und Industriedesign unterhalten. Und diese Fachrichtung stellt immerhin die glänzenden Folien, die anschmiegsamen Stoffe, die perlenden Rohstoffe bereit – aus denen Designer ihre preisgekrönten Arbeiten herstellen.
Einen Geburtstag gabs letzte Woche auch noch zu feiern. Die Forecast-Bar am Limmatquai wurde dreijährig und ist dem Windelalter entwachsen. Na sowas! Was unter anderem Andi Hess vom Forecast, diverse Exponenten der Eventagentur Rufener und viele andere Szenis anzog und zum Feiern brachte. Die Location war voll. Die Anwesenden auch!
Beat Fritsch

betätigte sich letzte Woche als «Raider of the lost Art». In Basel natürlich. Immerhin ist die Art die grösste Kunstmesse weltweit, die neben allen Galerien mit Rang und Namen auch ein ebensolches Publikum anzuziehen vermag. Dank Bilanz und Weltwoche musste man nicht einmal auf fachkundige Erklärungen verzichten. Ein bekannter Galerist (Andy Illien), anerkannte Kuratoren (Christoph Doswald, Guido Magnaguagno, Gerald Matt, Christoph Vitali) und ein hoch geschätzter Künstler (John Armleder) erläuterten den Gästen auf einem begleiteten Rundgang die Exponate.
Wer in der Kommunikationsszene Ausstellungen hält, mit Launches oder Relaunches oder Geburtstagen aufwartet, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

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