Viva-Swizz rückt näher zu den Kids

Der Musiksender schaltet mit dem kommenden Herbstprogramm ein paar Gänge rauf

Der Musiksender schaltet mit dem kommenden Herbstprogramm ein paar Gänge raufVon Daniel Schifferle Mehr Drive und mehr Schweizer Inhalte im Programm sollen Viva-Swizz zur führenden Jugendmarke der Schweiz machen. Mit diesem Ziel übernimmt der erst 23-jährige Giovanni Zamai ab September die Programmleitung des Musiksenders.
Mit dem Herbstprogramm, das am 2. September startet, wird die Handschrift der neuen Geschäftsleitung von Viva-Swizz erstmals auf dem Bildschirm sichtbar. «Kantiger, dynamischer, frecher» werde sich der Sender präsentieren, kündigt Asta Baumöller an, die per Anfang Juli die Geschäftsleitung von Viva-Swizz-Mitgründerin Suzanne Speich übernommen hat (WW 27/02).
Für die Ära nach Speich bekommt der Sender mit Giovanni Zamai den jüngsten Programmleiter der Schweizer Fernsehlandschaft. Der Eidgenosse mit Jahrgang 1979 ist in Italien, der Schweiz und Deutschland aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte er ein Praktikum bei Ogilvy & Mather in Düsseldorf, wechselte aber bereits 1998 zu Viva in Köln, wo es für ihn rasch steil aufwärts ging. Im November 2000 wurde er für das Projektteam Viva Italien ausgewählt, welches den Aufbau des Tochtersenders koordinierte und betreute. Seit Juli dieses Jahres ist er Assistent der neuen Geschäftsleitung von Viva-Swizz in Zürich.
«Die Sendungen werden durchwegs etwas kürzer, dafür aber intensiver. Mit mehr Dynamik im Programm werden wir den Ansprüchen der Kids von heute gerechter», erklärt Zamai. Dies bedeutet aber auch eine Konzentration der Ressourcen. Statt wie bisher 31 verschiedene Formate wird das Herbstprogramm lediglich 28 haben. Ebenfalls leicht zurückbuchstabiert wird bei den Live-Sendungen. Deren Anteil werde noch rund 12 Prozent ausmachen, bis anhin waren es 17 Prozent. Damit werde eine Qualitätsverbesserung angestrebt. «Wir können die Themen besser aufbereiten und weichen der Gefahr langweiliger Sequenzen aus, denn bei Live-Sendungen kann man den Flow nicht steuern», erklärt Zamai.
Mehr Schweizer Clips – falls die Plattenindustrie mitmacht
Trotz geringfügiger Reduktion der Anzahl Formate werde das Programm aber insgesamt reichhaltiger. «Mehr Themenbereiche, neue Rubriken und viel zusätzliche Grafik werden die Inhalte aufwerten.» So sollen künftig nicht weniger als 18 neue Grafik-Packages in sämtlichen Sendungen für Auflockerung sorgen.
Viel stärker als bisher will sich der Sender ab Herbst jugendrelevanten Themen wie Sport, Mode, Lifestyle und Trends zuwenden. «Das ist auch marketingtechnisch interessant, denn so kann sich Viva-Swizz bei den entsprechenden Events künftig häufiger als Partner anbieten», erklärt Baumöller.
Noch offen ist, ob es gelingt, den Anteil Schweizer Musikclips weiter auszubauen. Damit dies möglich wird, muss die Plattenindustrie ihre Clip-Produktion erhöhen.
Viva-Swizz werden die Ideen nicht so schnell ausgehen. «Man muss sich ständig neu erfinden, weil die Trends in der angesprochenen Altersgruppe viel kurzlebiger sind», sagt Zamai. Eine wichtige Änderung steht noch an. Das «sperrige Logo» werde nicht ewig so bleiben. «Hier müssen wir uns mittelfristig etwas Neues ausdenken», sagt Baumöller.

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