Unsichere Zeiten – Navigation durch die digitale Zukunft
Der Moderator, Filmemacher und Musiker Rob Holub hat mehrere Jahre in New York City gearbeitet und sich vor allem im Bereich der TV-Produktion einen Namen gemacht. Als Filmemacher setzt er sich in seinem Film mit den sozialen Konsequenzen der Digitalisierung auseinander.
Am 4. November 2021 präsentiert Rob Holub den Trailer zu seinem neusten Werk «Searching for Contact» im Dolder Grand in Zürich im Rahmen der grössten Social Media Marketing Konferenz der Schweiz, den WebStage Masters. Sein Film setzt da an, wo der Netflix-Hit «Social Dilemma» aufhört. Wie er auf das Thema kam und wie die Suche nach einer Antwort ausging, schreibt er in seinem Beitrag auf Werbewoche.ch.

Die Welt der sozialen Medien ist ständig in Bewegung. Die Jagd nach Klicks, Likes und Followern ist endlos. Schnell kann man sich im digitalen Dschungel verlieren und überfordert fühlen. Das ging mir nicht anders. Doch es gibt einen Weg, um durch die digitale Zukunft zu navigieren.
Social-Media-Follower ja, aber zu welchem Preis?
Die Digitalisierung schreitet im Eiltempo voran. Die neuen Kommunikationstechnologien verändern grundlegend unser Leben. Die epidemieartig anwachsende Zeit vor den Bildschirmen kann nicht mehr länger kleingeredet und ignoriert werden. Doch ohne geht es irgendwie nicht mehr. Für Einzelpersonen, wie auch für Unternehmen, ist es schwierig, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Während einige soziale Netzwerke verschwinden, kommen laufend neue hinzu. Kaum hat man seinen Auftritt auf einer Plattform etabliert, taucht schon wieder ein neuer Kanal auf.
Mir ging es damals ähnlich, als ich versucht habe, als Musiker ein Social-Media-Following aufzubauen. Musiker sind heutzutage nicht nur Brands, sondern eigenständige Unternehmen. Mein Versuch ist jedoch gescheitert – eine frustrierende Erfahrung. Aber mit Sicherheit lag es an meiner Musik, oder den (zu) wenigen Selfies, die ich gepostet habe. Ich wollte mich irgendwie nicht wirklich zeigen. Vielleicht kennen Sie das auch?
Was tun, wenn Social Media Marketing nicht funktioniert? Man könnte noch mehr Geld in die Werbung oder Beratung stecken – oder noch mehr Selfies posten. Ohne Erfolgsgarantie natürlich. In meinem Fall haben mich heftige Schlafstörungen dazu gezwungen, meinen Umgang mit Social Media grundsätzlich zu überdenken.
Durch diese «Kommunikationskrise» habe ich mich gefragt, welche Ziele ich warum verfolge und was Erfolg für mich überhaupt bedeutet. Sollte dies nicht auch jedes Unternehmen von Zeit zu Zeit mal für sich tun? Bestimmt. Denn sind es doch im Endeffekt nicht die Follower, zu denen man am besten schauen sollte, sondern die eigenen Mitarbeiter. Oder? In dem Fall war es ich selbst.
Den falschen Feind entlarvt: Ein Film soll es richten
Eine gewisse Zeit lang habe ich Social Media die Schuld für meine «Niederlage» gegeben. Social Media hat mein Geld, meine Zeit, meine Energie geraubt und bloss tiefe Klickratenwunden hinterlassen. Das konnte ich so nicht auf mir sitzen lassen. Wer will sich schon mit ein paar lächerlichen hundert Followern der Welt da draussen zeigen? Egal ob gekaufte oder echte.
So kam mir die Idee, einen Film darüber zu machen, wie schädlich Social Media ist und wie es uns gesellschaftlich trennt versus verbindet – im Stil des Netflix-Hits «Social Dilemma». Ich war mir sicher, dass ich richtig lag. Doch Sicherheit gibt es als solche gar nicht. Weder im digitalen noch im sonstigen Leben. Daran hat uns die Corona Pandemie schmerzvoll erinnern müssen.
Spätestens beim Schneiden des Films musste ich mir eingestehen, dass mein kritischer Ansatz durchaus seine Berechtigung hat, irgendwie aber auch tückisch ist und keine wirkliche Lösung bietet. Der vermeintliche Feind war womöglich auch gar nicht Social Media, sondern ich selbst. Ich habe angefangen mich noch tiefer mit dem Thema, respektive mit meinem digitalen Unternehmergeist und dem Kern des Films auseinander zu setzen. Nicht übers Nachdenken, sondern übers Ausprobieren, übers Machen, übers Scheitern und wieder neu versuchen.
Oft bin ich an den Punkt gekommen, wo ich nicht mehr weiterwusste. Wo ich nur noch das Handtuch werfen wollte. Wo ich mich genau so verloren und überfordert fühlte wie damals, als ich als Musiker mein Following aufzubauen versucht habe. Doch Aufgeben ist und war noch nie eine Option für mich.
Wie durch die digitale Zukunft navigieren?
Ich bin kein Marketingexperte, auch kein Influencer – leider oder zum Glück. Als so richtiger Filmemacher sehe ich mich auch nicht, vielleicht mehr noch als Kommunikator oder multimedialer Künstler, der mehr Fragen stellt, als Antworten gibt. So stehe ich heute da, kurz davor, meinen persönlichen Dokumentarfilm «Searching for Contact» in die Welt hinauszubringen. Und genau wie bei der Musik drängt sich erneut die Frage auf, wie ich das mit dem Social-Media-Following für den Film machen soll. Als Filmemacher ist man ja mittlerweile auch ein Brand. Ganz einfach, ich muss ein Following aufbauen. Aha!
Der grosse Unterschied zum letzten Mal sind nicht die neuen Algorithmen und Automatisierungen, die mir die Technologie heute bietet. Der Unterschied ist meine neue Herangehensweise und mein angepasstes Verhalten, welches mich unter anderem vor Schlafstörungen bewahren wird. Ich komme zuerst, dann der Rest und es ist absolut ok, wenn etwas nicht funktioniert. Nur so lernen wir auf dem Weg, auf dem wir uns alle befinden.
Es braucht in der heutigen Zeit äusserst viel Flexibilität und Agilität, um bestehen zu können. Man sollte sich nicht zu lange mit etwas aufhalten, das einen blockiert, hemmt oder ermüdet. Somit gibt es vielleicht einen Ratschlag, den ich Ihnen und Ihrem Unternehmen hier auf den Weg geben kann. Nehmen sie die Unsicherheiten der Zukunft als Chance wahr und machen sie sich wegen ein paar Followern mehr oder weniger nicht verrückt. Hauptsache sie machen spielerisch weiter, am besten mit einem Lächeln im Gesicht.
WebStage Masters: Die grösste Social Media Marketing Konferenz der Schweiz
Am 4. November 2021 geben sich im Dolder Grand in Zürich die bedeutendsten Social-Media-Plattformen die Klinke in die Hand. Seit Donnerstag ist das Line-Up der grössten Social Media Marketing Konferenz der Schweiz online und überzeugt mit Keynotes, Filmpremieren, Master Classes und Panel Diskussionen.
Die Speaker aus Forschung und Praxis stehen nun fest. So teilen unter anderem TikTok, Facebook, Heineken, Groupe Mutuel und die Universität St. Gallen ihre neusten Erkenntnisse mit dem Publikum.
Thematisch werden neben den «klassischen Social Media Themen» wie Social Commerce, LinkedIn Best Practices, A/B-Testing auf Facebook und Instagram, Influencer-Marketing auch Greenwashing und Nachhaltigkeitskommunikation auf Social Media diskutiert.
Neben spannenden Keynotes bietet das Programm drei Master Classes. Zwei davon werden von Facebook direkt unterrichtet, während sich die dritte der Kombination aus Social- und SEO-Strategien widmet. Abgerundet wird das Programm mit Beiträgen zu Themen wie Gen Z, Messenger Marketing und Podcasts.
Details zum Programm und den Speakern sowie Tickets gibt es unter Webstage-masters.ch.
Dieser Artikel wurde im Rahmen einer Medienpartnerschaft von m&k Werbewoche.ch und Webstage Masters erstellt.
