Unerfreuliche Erbschaften

Erb-Pleite Das in Auflösung begriffene Firmenkonglomerat steht auch bei Werbe- und Mediaagenturen in der Kreide.

Erb-Pleite Das in Auflösung begriffene Firmenkonglomerat steht auch bei Werbe- und Mediaagenturen in der Kreide.Auf «gut 400000 Franken» beziffert Wolfgang Mecklenburg die Ausstände der Erb-Gruppe gegenüber seiner Mediaagentur mm&b. Dennoch laufen die Mediaplanungen weiter. «Alle Erb-Gesellschaften, für die wir arbeiten, sind ja gesund», betont er. Doch die tägliche Arbeit sei mühsamer geworden: Erb hat auch offene Rechnungen bei den Medien – und diese schalten Erb-Aufträge nur noch nach Bezahlung, sagt Mecklenburg.mm&b betreut das Mediabudget von Erb seit Jahren. 2003 belief es sich auf rund 20 Millionen Franken. «Wir haben Pech, aber es trifft uns nicht ins Mark, und wir werden niemanden entlassen», so Mecklenburg. Er sieht gar Licht am Ende des Tunnels: «Auch wenn die Gruppe zerschlagen wird, bleiben wir am Ball.» Am liebsten sähe er es, wenn die Emil-Frey-Gruppe Erbs Autobereich übernähme. Über seine Zweitagentur m&m betreut Mecklenburg seit 1997 auch deren Budget. «Dann könnten wir alle Automarken unter dem m&m-Dach vereinen und so die Hälfte von dem, was wir verlieren, durch Einsparungen wieder wettmachen.»
Auch Kreative leiden unter dem Erb-Desaster. So ist bei der Mitsubishi-Agentur One Stop eine «erhebliche Summe» ausstehend. Von «gewissen Ausständen» spricht auch Ted Metzger von Metzgerlehner (Hyundai und Suzuki). In beiden Agenturen hat man die Hoffnung nicht verloren, weil die drei Automarken sich nicht aus der Schweiz zurückziehen wollen. Das Einvernehmen mit diesen sei zudem gut, heisst es sowohl bei One Stop als auch bei Metzgerlehner. Deshalb gehe auch das Daily Business weiter, die Vorbereitungen für den Autosalon in zwei Monaten liefen gar auf Hochtouren. «Der erste Teil der Arbeit ist ohnehin schon erledigt», sagt Metzger.
(mk)

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