Umsonst ist auch die Todesanzeige
Trotz Inserateaktion entsteht kein Run auf den jüngsten BZ-Spross
Trotz Inserateaktion entsteht kein Run auf den jüngsten BZ-SprossVon Markus Knöpfli Wenn der Solothurner Gewerbler ein Blatt nicht kennt, inseriert er nicht – oder nur zurückhaltend. Das Solothurner Tagblatt, der neue Split der Berner Zeitung, wird jedenfalls nicht von Inserenten überrannt. Nun bietet das ST Todesanzeigen gratis an.
Der 20. Oktober, der Tag, an dem die erste Ausgabe des Solothurner Tagblattes (ST) lanciert wurde, war vom Inseratevolumen her gleichzeitig der Spitzentag der ersten drei Wochen: Zwei Seiten kleinformatige Inserate aus dem Raum Solothurn gab es zum Start des neuen Splits der Berner Zeitung (BZ). Ein ähnliches Volumen erreichte das ST erst wieder am 10. November. An zwölf von 19 Tagen lag das ST-Anzeigenvolumen zum Teil deutlich unter einer halben Seite, an den restlichen Tagen kam das ST auf eine bis zwei Seiten. Ganzseitige Inserate gab es allerdings erst zweimal: Einmal inserierte ein Grossverteiler, einmal verlangte eine Firma eine Publireportage.
Gemäss Erhebung der WerbeWoche verzeichnete das ST pro Tag durchschnittlich eine gute halbe Seite Solothurner Anzeigen. Alle anderen Anzeigen im ST waren entweder Eigeninserate der ST-Herausgeberin Espace Media Groupe (bis zu vier ganzseitige Eigeninserate pro Ausgabe) oder Anzeigen (zumeist von Berner Firmen), die in der gesamten BZ-Ausgabe geschaltet worden waren.
Konkurrenz erwartete mehr Anzeigen
Absolut kein berauschendes Inserateaufkommen also. Angesichts der Aktion «Vier für zwei» (vier Anzeigen zum Preis von zwei) ist das umso erstaunlicher, denn damit war auch rund die Hälfte des oben genannten Volumens gratis. Was zudem auffällt: In den ersten drei Wochen verzeichnete das ST keine einzige Todesanzeige, die exklusiv im Solothurner Lokalteil gebucht worden war. Ein Handicap, geben Todesanzeigen doch Hinweis auf Akzeptanz und Verankerung eines Titels.
Dennoch zeigt sich BZ-Anzeigenleiter Michael Seiler «sehr zufrieden». Das Inserateaufkommen sei keineswegs gering, das gesteckte Ziel, das er nicht näher beziffern will, sei erreicht, sagt er. Es sehe umso besser aus, als regionale Immobilien- und Stellenanzeigen ausschliesslich in der Gesamt-BZ platziert werden können.
Zudem müsse man in Rechnung stellen, dass die Mediapläne auch der regionalen Auftraggeber bis Ende Jahr gemacht seien. Es gebe Hinweise, dass ab nächstem Jahr vermehrt das Kombi zwischen dem ST und dem ebenfalls zu Espace Media gehörenden Gratisblatt
Solothurner Woche (Rabatt rund 20 Prozent) berücksichtigt werde. Die (noch) fehlenden Todesanzeigen bezeichnet Seiler als «elementares Standbein», das aber eine gewisse Aufbauzeit benötige. Bis Ende Jahr biete das ST den Bestattungsunternehmen deshalb die Todesanzeigen gratis an, sagt er.
Eine erste «positive» Bilanz zieht auch ST-Anzeigenberaterin Amanda Glutz. «Wir haben eine halbe Seite Solothurner Anzeigen pro Tag budgetiert – das haben wir bisher mehr als erreicht.» Ebenfalls «positiv überrascht» ist man bei der Konkurrenz. «Mit dieser Vorlaufszeit und den Cracks im Anzeigenverkauf habe ich schon ein grösseres Volu-
men erwartet», sagt erleichtert Stephan von Arx, Filialleiter der Publicitas Solothurn, die die Solothurner Zeitung (SZ) betreut.
Andreas Gasche, Geschäftsführer des Solothurnischen Gewerbeverbandes, vermutet ein Nachlassen des Efforts nach dem «professionell lancierten» Start. «Bis heute hatten wir noch keinen Kontakt mit den ST-Werbeleuten», sagt er. Und als weiteren Grund führt Gasche die schlechte Konsumentenstimmung an: «In schwierigen Zeiten investiert der Gewerbetreibende lieber in einen Titel, den er schon kennt.»
SZ kommt früher
Der 20. Oktober, der Tag, an dem die erste Ausgabe des Solothurner Tagblattes (ST) lanciert wurde, war vom Inseratevolumen her gleichzeitig der Spitzentag der ersten drei Wochen: Zwei Seiten kleinformatige Inserate aus dem Raum Solothurn gab es zum Start des neuen Splits der Berner Zeitung (BZ). Ein ähnliches Volumen erreichte das ST erst wieder am 10. November. An zwölf von 19 Tagen lag das ST-Anzeigenvolumen zum Teil deutlich unter einer halben Seite, an den restlichen Tagen kam das ST auf eine bis zwei Seiten. Ganzseitige Inserate gab es allerdings erst zweimal: Einmal inserierte ein Grossverteiler, einmal verlangte eine Firma eine Publireportage.
Gemäss Erhebung der WerbeWoche verzeichnete das ST pro Tag durchschnittlich eine gute halbe Seite Solothurner Anzeigen. Alle anderen Anzeigen im ST waren entweder Eigeninserate der ST-Herausgeberin Espace Media Groupe (bis zu vier ganzseitige Eigeninserate pro Ausgabe) oder Anzeigen (zumeist von Berner Firmen), die in der gesamten BZ-Ausgabe geschaltet worden waren.
Konkurrenz erwartete mehr Anzeigen
Absolut kein berauschendes Inserateaufkommen also. Angesichts der Aktion «Vier für zwei» (vier Anzeigen zum Preis von zwei) ist das umso erstaunlicher, denn damit war auch rund die Hälfte des oben genannten Volumens gratis. Was zudem auffällt: In den ersten drei Wochen verzeichnete das ST keine einzige Todesanzeige, die exklusiv im Solothurner Lokalteil gebucht worden war. Ein Handicap, geben Todesanzeigen doch Hinweis auf Akzeptanz und Verankerung eines Titels.
Dennoch zeigt sich BZ-Anzeigenleiter Michael Seiler «sehr zufrieden». Das Inserateaufkommen sei keineswegs gering, das gesteckte Ziel, das er nicht näher beziffern will, sei erreicht, sagt er. Es sehe umso besser aus, als regionale Immobilien- und Stellenanzeigen ausschliesslich in der Gesamt-BZ platziert werden können.
Zudem müsse man in Rechnung stellen, dass die Mediapläne auch der regionalen Auftraggeber bis Ende Jahr gemacht seien. Es gebe Hinweise, dass ab nächstem Jahr vermehrt das Kombi zwischen dem ST und dem ebenfalls zu Espace Media gehörenden Gratisblatt
Solothurner Woche (Rabatt rund 20 Prozent) berücksichtigt werde. Die (noch) fehlenden Todesanzeigen bezeichnet Seiler als «elementares Standbein», das aber eine gewisse Aufbauzeit benötige. Bis Ende Jahr biete das ST den Bestattungsunternehmen deshalb die Todesanzeigen gratis an, sagt er.
Eine erste «positive» Bilanz zieht auch ST-Anzeigenberaterin Amanda Glutz. «Wir haben eine halbe Seite Solothurner Anzeigen pro Tag budgetiert – das haben wir bisher mehr als erreicht.» Ebenfalls «positiv überrascht» ist man bei der Konkurrenz. «Mit dieser Vorlaufszeit und den Cracks im Anzeigenverkauf habe ich schon ein grösseres Volu-
men erwartet», sagt erleichtert Stephan von Arx, Filialleiter der Publicitas Solothurn, die die Solothurner Zeitung (SZ) betreut.
Andreas Gasche, Geschäftsführer des Solothurnischen Gewerbeverbandes, vermutet ein Nachlassen des Efforts nach dem «professionell lancierten» Start. «Bis heute hatten wir noch keinen Kontakt mit den ST-Werbeleuten», sagt er. Und als weiteren Grund führt Gasche die schlechte Konsumentenstimmung an: «In schwierigen Zeiten investiert der Gewerbetreibende lieber in einen Titel, den er schon kennt.»
SZ kommt früher
Die Solothurner Zeitung baut die Frühzustellung aus, auch kleinere Gemeinden wie Kriegstetten werden neuerdings bedient. Mancherorts wird dies als Reaktion auf das ST gewertet. Verlagsleiter Christian Müller bestätigt den Ausbau. Gemäss Vertrag für die Mittelland-Zeitung müsse die Frühzustellung bis zum 1. Januar praktisch flächendeckend erstellt sein, erklärt er. Regionenweise arbeite man nun schon das ganze Jahr daran. «Mit dem Angriff aus Bern hat dies aber nichts zu tun», sagt Müller.
