Überstunden für den Samichlaus
Pucci Sulzer und cR DDB treten – nicht alleine – in die Werbefussstapfen von Coca-Cola
Pucci Sulzer und cR DDB treten – nicht alleine – in die Werbefussstapfen von Coca-ColaVon Simone Keller Der amerikanische Weihnachtsmann, Santa Claus, ist auf Promotiontour in der Schweiz. Nicht nur für Coca-Cola, auch für Migros, Coop und Co. rührt der wohl genährte, bärtige Santa kräftig die Werbetrommeln.
Der Samichlaus kommt am 6. Dezember – das weiss hier zu Lande jedes Kind. Trotzdem ist der liebe, alte Mann mit dem weissen Bart auch bei uns bis Weihnachten auf Plakaten, in Schaufenstern und im TV präsent. Schuld daran ist Santa Claus, St. Nikolaus’ Onkel aus Amerika, der mit der Coca-Cola-Weihnachtspromotion den Sprung über den grossen Teich geschafft hat und in hiesigen Kreativabteilungen zusehends Fuss fasst.
So auch bei cR DDB, die im Rahmen des Coop-Dachmarkenauftrittes mit einer Festtagskampagne betraut wurde. Um die laufenden Aktionen in der Adventszeit bekannt zu machen, hat das Basler Team den Santa gleich selbst vor den Kommunikationsschlitten gespannt. Ob mit Weinglas, Cremetupfer auf der Nase oder hinter dem Tannenbaum, der zwinkernde Santa-Coop sorgt auf Werbemitteln für Präsenz in der Vorweihnachtszeit.
Auch bei der Konkurrentin Migros hat der gute Alte vom Nordpool kurz Halt gemacht, um auch deren Aktionen feilzubieten. Für die Bekanntmachung der Vergünstigungen hat die Zürcher Agentur Pucci Sulzer einen besonderen Adventskalender entwickelt. Vom 1. bis 23. Dezember präsentieren die verschiedensten Chläuse im Rahmen eines Castings je ein Produkt. Gesucht wird der perfekte Weihnachtsmann, der natürlich erst am Vorweihnachtsabend entdeckt wird.
Marketing ist für Amerikaner halt immer Dienst am Kunden
Die beiden Grossverteiler sind lange nicht die Einzigen, die den Absatz ihrer Produkte durch den Advent mit dem Zugpferd Santa Claus anzukurbeln versuchen. Ob für Coca-Cola, Swisscom oder Bol.ch, der Weihnachtsmann und seine Rentiere sind heuer fast omnipräsent. «Wir waren selbst erstaunt, dass die Figur des Weihnachtsmannes dieses Jahr so aggressiv eingesetzt wird», gesteht Peter Graf, Kampagnenverantwortlicher für Coop bei cR DDB.
Man habe auch andere Ansätze geprüft, musste aber feststellen, dass Figuren wie Christkind oder Engel «nicht alles machen können». Das Coop-typische Zwinkern passte besser zu einem pausbäckigen Santa Claus als zu einem ätherischen Engel. Ähnlich erklärt auch Däni Sulzer, CD bei Pucci Sulzer, die Entstehungsidee der Migros-Spots. «Die Figur des Santa Claus lässt am meisten Spielraum.
Das Christkind ist ja eher heilig, diese Gestalt kann man nicht gut schalkhaft in Szene setzen oder Schabernack treiben lassen.» Inspirationsquellen beider Kreationen waren amerikanische Vorbilder wie die Coca-Cola-Kampagnen oder die Hollywood-Produktion «Miracle on 34th Street» mit Richard Attenborough. Diesem, so Peter Graf, sei der Coop-Santa nachempfunden.
Während unser Samichlaus die Kinder am 6. Dezember besucht, steigt sein amerikanisches Pendant in der Nacht vor Weihnachten durch den Kamin, um die Geschenke unter den Tannenbaum zu legen – eine Aufgabe, die hier zu Lande vom Christkind erledigt wird. So wie Halloween Allerheiligen mit Kürbissen und Hexen konsumtauglich macht, so halten auch die US-Weihnachtsbräuche in Schweizer Einkaufshäusern Einzug. «Den Amerikanern gelingt es mühelos, Marketing und Religion kurzzuschlies- sen», erklärt David Bosshart, Geschäftsleiter des GDI. «Marketing ist dort immer Gottesdienst am Kunden. Bei uns ist man trotz aller Säkularisierung vorsichtiger, wenn es um Religion geht.»
Trotzdem sei ein klarer Trend in die gleiche Richtung zu erkennen, meint Bosshart und fährt fort: «Wenn der Papst Rap-CDs verkauft, um für den Vatikan und den lieben Gott zu werben und neue Kunden zu akquirieren, gibt es kaum noch weitere Tabus zu brechen.» Bleibt zu hoffen, dass der fette Santa nicht eines Tages das ärmliche Christkind sogar aus seiner Krippe in den Schweizer Wohnzimmern kippt.
Der Samichlaus kommt am 6. Dezember – das weiss hier zu Lande jedes Kind. Trotzdem ist der liebe, alte Mann mit dem weissen Bart auch bei uns bis Weihnachten auf Plakaten, in Schaufenstern und im TV präsent. Schuld daran ist Santa Claus, St. Nikolaus’ Onkel aus Amerika, der mit der Coca-Cola-Weihnachtspromotion den Sprung über den grossen Teich geschafft hat und in hiesigen Kreativabteilungen zusehends Fuss fasst.
So auch bei cR DDB, die im Rahmen des Coop-Dachmarkenauftrittes mit einer Festtagskampagne betraut wurde. Um die laufenden Aktionen in der Adventszeit bekannt zu machen, hat das Basler Team den Santa gleich selbst vor den Kommunikationsschlitten gespannt. Ob mit Weinglas, Cremetupfer auf der Nase oder hinter dem Tannenbaum, der zwinkernde Santa-Coop sorgt auf Werbemitteln für Präsenz in der Vorweihnachtszeit.
Auch bei der Konkurrentin Migros hat der gute Alte vom Nordpool kurz Halt gemacht, um auch deren Aktionen feilzubieten. Für die Bekanntmachung der Vergünstigungen hat die Zürcher Agentur Pucci Sulzer einen besonderen Adventskalender entwickelt. Vom 1. bis 23. Dezember präsentieren die verschiedensten Chläuse im Rahmen eines Castings je ein Produkt. Gesucht wird der perfekte Weihnachtsmann, der natürlich erst am Vorweihnachtsabend entdeckt wird.
Marketing ist für Amerikaner halt immer Dienst am Kunden
Die beiden Grossverteiler sind lange nicht die Einzigen, die den Absatz ihrer Produkte durch den Advent mit dem Zugpferd Santa Claus anzukurbeln versuchen. Ob für Coca-Cola, Swisscom oder Bol.ch, der Weihnachtsmann und seine Rentiere sind heuer fast omnipräsent. «Wir waren selbst erstaunt, dass die Figur des Weihnachtsmannes dieses Jahr so aggressiv eingesetzt wird», gesteht Peter Graf, Kampagnenverantwortlicher für Coop bei cR DDB.
Man habe auch andere Ansätze geprüft, musste aber feststellen, dass Figuren wie Christkind oder Engel «nicht alles machen können». Das Coop-typische Zwinkern passte besser zu einem pausbäckigen Santa Claus als zu einem ätherischen Engel. Ähnlich erklärt auch Däni Sulzer, CD bei Pucci Sulzer, die Entstehungsidee der Migros-Spots. «Die Figur des Santa Claus lässt am meisten Spielraum.
Das Christkind ist ja eher heilig, diese Gestalt kann man nicht gut schalkhaft in Szene setzen oder Schabernack treiben lassen.» Inspirationsquellen beider Kreationen waren amerikanische Vorbilder wie die Coca-Cola-Kampagnen oder die Hollywood-Produktion «Miracle on 34th Street» mit Richard Attenborough. Diesem, so Peter Graf, sei der Coop-Santa nachempfunden.
Während unser Samichlaus die Kinder am 6. Dezember besucht, steigt sein amerikanisches Pendant in der Nacht vor Weihnachten durch den Kamin, um die Geschenke unter den Tannenbaum zu legen – eine Aufgabe, die hier zu Lande vom Christkind erledigt wird. So wie Halloween Allerheiligen mit Kürbissen und Hexen konsumtauglich macht, so halten auch die US-Weihnachtsbräuche in Schweizer Einkaufshäusern Einzug. «Den Amerikanern gelingt es mühelos, Marketing und Religion kurzzuschlies- sen», erklärt David Bosshart, Geschäftsleiter des GDI. «Marketing ist dort immer Gottesdienst am Kunden. Bei uns ist man trotz aller Säkularisierung vorsichtiger, wenn es um Religion geht.»
Trotzdem sei ein klarer Trend in die gleiche Richtung zu erkennen, meint Bosshart und fährt fort: «Wenn der Papst Rap-CDs verkauft, um für den Vatikan und den lieben Gott zu werben und neue Kunden zu akquirieren, gibt es kaum noch weitere Tabus zu brechen.» Bleibt zu hoffen, dass der fette Santa nicht eines Tages das ärmliche Christkind sogar aus seiner Krippe in den Schweizer Wohnzimmern kippt.
