That’s Live: Quorum hat die Nase vorn

Kino Der Westschweizer Roland Ray kann jetzt mit seinen drei Zeitschriften, zwei Drittel der Kinos abdecken.

Kino Der Westschweizer Roland Ray kann jetzt mit seinen drei Zeitschriften, zwei Drittel der Kinos abdecken.Seit zwei Monaten besitzt die Genfer Quorum Communication die Westschweizer Filmzeitschrift Live, die mit 117700 Exemplaren exklusiv in den Kinos der Europlex-Kette aufliegt. Quorum-VR-Präsident Roland Ray übernahm das Gratismagazin vom Lausanner Verlag Télimage und integrierte es in die Quorum-Tochter Promoéditions. Über die Quorum-Tochter Promoguide gibt Ray seit Jahren die ähnlichen Titel Avant Première (AP, 86150 Exemplare) und Film demnächst (FD, 108300 Exemplare) heraus. Weil AP in der Romandie in allen Nicht-Europlex-Kinos aufliegt, kann Ray nun alle Westschweizer Kinos abdecken. In der Deutschschweiz bedient er mit FD nur einen Drittel der Kinos, in den übrigen Sälen liegt Teleclubs Konkurrenztitel Close-up (160000 Exemplare) auf.Zwischen Télimage und Quorum kam es schon im Februar 2003 zur Annäherung. Damals beauftragte Télimage Promoéditions mit der Produktion von Live. Als Verlagsleiter setzte Ray damals Jean-Pierre Grey ein, den Product Manager von FD und AP.
Er werde Live weiter als eigenständigen Titel führen, sagte Grey. Und: «Ein Zusammenlegen mit AP ist nicht geplant, solange der Markt zwei Titel erträgt.» Derzeit wird Live von der Lausanner Agentur General Media vermarktet, während für AP und FD eine Quorum-eigene Verkaufscrew weibelt. Den Verkauf von Teleclubs Close-up hingegen besorgt die Cinecom.Letzteres gibt nun der Sache zusätzliche Würze: Denn Ray ist auch VR-Präsident der Lausanner Werbevermittlerin Mediapresse, die für die Cinecom und damit für die PubliGroupe die Westschweizer Kinos vermarktet (WW 27/04). Mit andern Worten: Im Kinowerbemarkt steht Ray im Solde der P, im Bereich Kinomagazine ist er deren stärkster Konkurrent. Zudem schnappte er kurz bevor er in P-Dienste trat, seiner neuen Auftraggeberin noch schnell Live weg, an dem sie als Pendant zu Close-up wohl ebenfalls interessiert war.
Markus Knöpfli

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