Tanz ums goldene Kalb
Samuel Helbling über Sinn und Zweck von Kreativrankings
Samuel Helbling über Sinn und Zweck von KreativrankingsZum fünften Mal hat die Werbewoche das Ranking der zehn kreativsten Schweizer Werbeagenturen (WW 43) publiziert – auch diesmal nicht ohne einige kritische Reaktionen. Kernstück der aktuellen Hitparade bildet die Preisverleihung des ADC Schweiz. Das hat weniger mit Nabelschau zu tun als mit der Tatsache, dass dies die einzige Veranstaltung ist, an der praktisch alle bekannten Schweizer Kampagnen gegeneinander antreten. Für das Ranking wurden die Awards
der wichtigsten Kreativwettbewerbe nach einem differenzierten
Punktesystem gewichtet.
Die Tatsache, dass Grossagenturen oder Netzwerke dank grösserer Eigenwerbebudgets öfter an internationalen Wettbewerben teilnehmen können als Kleinagenturen, lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Wer jedoch – wie Andreas Prokesch im Gastkommentar – auch noch den Personalbestand ins Spiel bringen will und das Ganze auf Awards pro Mitarbeiter herunterbricht, verkennt die Realität: Für Auftraggeber – und um die geht es ja in erster Linie – sind die Agenturbrands relevant.
Kreativ- und Effizienzpreise sind für sie die Währung, in der die Kernkompetenz einer Agentur gemessen wird. Diese bestimmen ihren Marktwert.
Wie viele Leute an einer Kampagne mitgearbeitet haben oder in einer
Agentur angestellt sind, interessiert den Kunden hingegen nicht. Ob eine Arbeit gar an verschiedenen Festivals eingereicht wird, tut für ihn nichts zur Sache. Denn jede Jury ist wieder anders und setzt eigene Akzente. Entscheidend ist auch nicht, ob der Kunde ein grosses Budget hat oder ein bescheidenes. Eine Kreativagentur, die diesen Namen verdient, gibt in beiden Fällen ihr Bestes. Kommerzielle Kommunikation ist
ein einziger Tanz ums goldene Kalb Aufmerksamkeit. Und auch für
Werber gibt es kein Jenseits der Mediengesellschaft. Eine Werbeagentur ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsbank, die für den Kunden die
Verwandlung von investiertem Geld in Aufmerksamkeit und zurück in mehr Geld bewerkstelligt. Der Königsweg zum Erfolg führt über den Bekanntheitsgrad, beispielsweise mittels Ranking. Top of mind kann nur sein, wer die Regeln der Mediengesellschaft beherrscht. Und das gilt besonders für Werbeagenturen. Wer das nicht begreifen will, soll weiter
Reklame machen.
> Samuel Helbling, Chefredaktor
der wichtigsten Kreativwettbewerbe nach einem differenzierten
Punktesystem gewichtet.
Die Tatsache, dass Grossagenturen oder Netzwerke dank grösserer Eigenwerbebudgets öfter an internationalen Wettbewerben teilnehmen können als Kleinagenturen, lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Wer jedoch – wie Andreas Prokesch im Gastkommentar – auch noch den Personalbestand ins Spiel bringen will und das Ganze auf Awards pro Mitarbeiter herunterbricht, verkennt die Realität: Für Auftraggeber – und um die geht es ja in erster Linie – sind die Agenturbrands relevant.
Kreativ- und Effizienzpreise sind für sie die Währung, in der die Kernkompetenz einer Agentur gemessen wird. Diese bestimmen ihren Marktwert.
Wie viele Leute an einer Kampagne mitgearbeitet haben oder in einer
Agentur angestellt sind, interessiert den Kunden hingegen nicht. Ob eine Arbeit gar an verschiedenen Festivals eingereicht wird, tut für ihn nichts zur Sache. Denn jede Jury ist wieder anders und setzt eigene Akzente. Entscheidend ist auch nicht, ob der Kunde ein grosses Budget hat oder ein bescheidenes. Eine Kreativagentur, die diesen Namen verdient, gibt in beiden Fällen ihr Bestes. Kommerzielle Kommunikation ist
ein einziger Tanz ums goldene Kalb Aufmerksamkeit. Und auch für
Werber gibt es kein Jenseits der Mediengesellschaft. Eine Werbeagentur ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsbank, die für den Kunden die
Verwandlung von investiertem Geld in Aufmerksamkeit und zurück in mehr Geld bewerkstelligt. Der Königsweg zum Erfolg führt über den Bekanntheitsgrad, beispielsweise mittels Ranking. Top of mind kann nur sein, wer die Regeln der Mediengesellschaft beherrscht. Und das gilt besonders für Werbeagenturen. Wer das nicht begreifen will, soll weiter
Reklame machen.
> Samuel Helbling, Chefredaktor
