SW stellt Weltbankstudie in Frage
In Diskussionen um Werbeverbote berufen sich Befürworter oftmals auf eine Studie der Weltbank, wonach Einschränkungen den Zigarettenkonsum um 6 Prozent reduzieren würden.
In Diskussionen um Werbeverbote berufen sich Befürworter oftmals auf eine Studie der Weltbank, wonach Einschränkungen den Zigarettenkonsum um 6 Prozent reduzieren würden.Tabakwerbung Piero Schäfer, Kommunikationsleiter des Verbands Schweizer Werbung, nahm einen genaueren Blick auf den Weltbank-Report und moniert nun in einer Medienmitteilung «ziemlich viele Ungereimtheiten». Obwohl Disclaimer aus Haftungsgründen heutzutage gängig sind, stört sich Schäfer daran, dass die Weltbank für die Richtigkeit der in der Veröffentlichung enthaltenen Daten keine Garantie übernehme. Die dreieinhalb Seiten, die der «Zigarettenwerbung» und «Verkaufsförderung» gewidmet sind, erwiesen sich bei näherer Betrachtung als ziemlich vage. Sie zitieren lediglich aus bereits publizierten Studien, ohne diese sorgfältig zu identifizieren oder die Methoden zu erläutern. Mit etwas Internetrecherche konnte die Werbewoche die Studien allerdings leicht ausfindig machen. Sie stammen vom amerikanischen Wirtschaftsprofessor Henry Saffer, teilweise waren auch die Autoren des Weltbank-Reports daran beteiligt. Der Report «Curbing the Epidemic : Governments and the Economics of Tobacco Control» ist auf Englisch und Französisch auf www.worldbank.org/tobacco abrufbar.
