Schwarzweiss schläft sichs billiger

Hotellerie Schweizer Herbergeväter holen ihre deutschen Gäste schon zuhause ab, damit sie auch weiterhin in ihren «Jugis» übernachten.

Hotellerie Schweizer Herbergeväter holen ihre deutschen Gäste schon zuhause ab, damit sie auch weiterhin in ihren «Jugis» übernachten.Trotz des derzeit anhaltenden Wetterhochs brauen sich über der Schweizer Hotellerie diesen Sommer dunkle Gewitterwolken zusammen. Nach dem letztjährigen Einbruch von fünf Prozent erwartet der Branchenverband für dieses Jahr einen weiteren Rückgang – und zwar nicht nur im Hochpreissegment. Am stärksten schmerzt das Ausbleiben vieler Touristen aus Deutschland (2002: –12 %), die sich mit einem Anteil von über 18 Prozent am häufigsten in einheimischen Gasthöfen zur Ruhe betten. Ausgenommen bleiben die Schweizer selbst, die 55 Prozent der Gäste stellen.Erfreulicher – und gegen den Trend – entwickelte sich die Übernachtungsstatistik in den 61 Häusern der Nonprofit-Vereinigung der Schweizer Jugendherbergen (SJH). Mit einem Plus von 1,1 Prozent bei den Logiernächten, 3 Prozent beim Betriebsertrag (für die 46 eigenständig geführten Betriebe) und 23 Prozent mehr Mitgliedern bleiben die SJH wohl die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Damit das auch im Jahr nach der Expo.02 so bleibt, noch mehr einheimische sowie deutsche Gäste kommen und wenn möglich die Buchung online abwickeln, beauftragte SJH-Marketingleiterin Barbara Rutschi Pitch-Gewinnerin Id, Zürich, mit der Entwicklung und Umsetzung einer Kampagne.
24 Stunden offenDer Feldzug soll das nach wie vor leicht angestaubte Image der Organisation auffrischen. Mit der Kernaussage, dass die Schweiz nicht teuer sein muss, werden den Zielgruppen – Familien, Teenager und Studenten – auch Facts vermittelt, die oft kaum bekannt sind. Zum Beispiel die Tatsache, dass es keine Alterslimiten und längst auch Doppelzimmer gibt oder die Herbergen 24 Stunden offen sind – «nicht wie in Bayern, wo um zehn Uhr abends Lichterlöschen gilt», erklärt Konzepter und Berater Reto Dürrenberger.
Dem Konzept entsprechend teilt sich der Mediaeinsatz auf: 70 Prozent werden in Deutschland geschaltet, der Rest in der Schweiz. Passend zum SJH-CI und zur
Geschäftsphilosophie – «Leistung kommt vor Werbung» – wurde die Kampagne schwarzweiss umgesetzt. «Die Zielgruppen wollten wir unprätenziös und mit einem Touch Swissness, dem Apfel, abbilden», sagt Berater Daniel Izquierdo. Ob das erkannt werde? «Bestimmt», ist er überzeugt. Jedenfalls sei das weniger anbiedernd als Fähnchen schwingende Kids.
Auch für Familien geeignet: Jugendherberge-Kampagne von Id.

Luca Aloisi

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