Ricola fällt jetzt auch ins Wasser
Ricola fällt ins Wasser — und landet in einer neuen Markenlogik. Unter dem schwebenden Engel im Zürcher Hauptbahnhof wurde aus dem Kräuterbonbon ein Hydration-Produkt. Aus der Wintermarke ein Sommerbegleiter. Und aus Schweizer Alpenkräutern plötzlich ein Cube im Hahnenwasser.
Die grosse Bahnhofshalle wirkte an diesem über 30 Grad heissen Nachmittag fast wie eine begehbare Markenwelt der Schweiz. Über den Köpfen der Pendler schwebte die berühmte «Nana» von Niki de Saint Phalle. Daneben hing ein Alpenbrunnen aus Kräutern, Farnen, Blumen und Wassernebel. Entwickelt vom Zürcher Atelier Monster&Drama für Ricola. Eine Installation irgendwo zwischen Kunstwerk, Naturkulisse und Social-Media-Magnet.
Viel Schweizerdeutsch. Viel Wasser. Viel Sommerstimmung. Und draussen, kaum fünfzig Meter weiter, glitten die SBB-Züge im Takt aus dem Hauptbahnhof in die Schweiz. Pünktlichkeit, Leitungswasser, Alpenkräuter: mehr Swissness lässt sich an einem Produktlaunch kaum verdichten. Fast wirkte es, als hätte Ricola genau diesen Ort gesucht — einen Ort der Bewegung, der Verbindungen und der täglichen Rituale.
Die Marke fühlte sich an diesem Nachmittag für die m&k-Crew weniger nach Werbung an als nach Schweiz in konzentrierter Form.
Das Echo von «Ricolaaaa»
Die Bahnhofshalle war mehr als Eventlocation. Mit 24 Metern Höhe und der Weite eines der grössten überdachten öffentlichen Plätze Europas lieferte sie Ricola den passenden Resonanzraum. Denn kaum eine Schweizer Marke besitzt einen derart ikonischen Werberuf wie das weltweit gelernte «Ricolaaaa». Im Zürcher HB bekam er plötzlich eine neue Bedeutung: Wer so lange nachhallt, hat auch als Marke Raum für neue Ideen.

Und genau darum ging es hier. Ricola will aus der engen Winterlogik von Halsweh und Bonbonmomenten hinaus in neue Alltagssituationen, neue Konsummomente und neue Generationen.
Der Würfel als Richtungswechsel
Die neuen Drink Cubes markieren für Ricola einen strategischen Umbau. Kleine Würfel mit Alpenkräutern, Vitaminen und Fruchtpulver verwandeln Leitungswasser in ein funktionales Lifestyle-Getränk. Der Schritt führt die Traditionsmarke hinein in einen Markt, der derzeit stark wächst: zuckerfreie Getränke mit Gesundheits-, Wellness- und Nachhaltigkeitsanspruch.

Ricola-CEO Thomas P. Meier spricht deshalb nicht primär über ein Produkt, sondern über Markenentwicklung.
«Es geht nicht nur um das Produkt, es geht auch darum, wie die Marke als Ganzes dadurch aufgeladen wird, in einer ganz neuen, vielleicht unerwarteten Art und Weise.»
Und weiter:
«Wir gehen in neue Gefilde hinein und wagen etwas Neues.»
Diese Offenheit ist bemerkenswert. Denn Ricola bewegt sich mit den Drink Cubes bewusst weg vom klassischen Erkältungs- und Winterimage hin zu einem ganzjährigen Hydration- und Wellness-Player.

Auch Daniela Ruoss, General Manager Schweiz bei Ricola, spricht von einem «Upgrade» des Wassertrinkens.

«84 Prozent der Schweizer trinken wöchentlich Hahnenwasser. Aber wir wissen alle: Wir sollten mehr trinken.»
Besonders interessant: Laut Ruoss steckt pro Drink Cube sogar mehr Alpenkräuter-Kompetenz als in einem klassischen Ricola-Bonbon.
«In einem Drink Cube haben wir eigentlich mehr Schweizer Alpenkräuter als in unserem originalen Ricola Bonbon.»
Die Schweiz wird Teil des Produkts
Auffällig ist, wie konsequent Ricola dabei seine Swissness neu interpretiert. Nicht über Folklore. Sondern über Funktion.
Das Schweizer Leitungswasser wird selbst Teil der Story. «Hahnenburger» gehörte zu den meistgehörten Begriffen des Nachmittags. Die Botschaft dahinter ist simpel und stark zugleich: Wer eines der besten Leitungswasser-Systeme der Welt besitzt, muss nicht zwingend schwere PET-Flaschen transportieren.
Passend dazu kündigte Ricola an, bis 2030 hundert Schweizer Brunnen sanieren zu wollen. Die Brunnen werden damit zum Symbol für Gemeinschaft, Wasserqualität und Nachhaltigkeit.
Kommunikativ ist das clever gelöst. Nachhaltigkeit wird nicht abstrakt erklärt, sondern kulturell verankert.
Wenn Start-up auf Traditionsmarke trifft
Entstanden sind die Drink Cubes gemeinsam mit waterdrop. Das österreichische Unternehmen liefert die Technologie hinter den sogenannten Microdrinks, Ricola wiederum Markenstärke, Vertrauen und Kräuterkompetenz.
Waterdrop-Mitgründer Henry Murray beschreibt die Zusammenarbeit als überraschendes Matching.
«Die besten Collaborations kommen oft unerwartet.»
Und genau dieses Zusammenspiel wirkt spannend. Eine fast hundertjährige Schweizer Traditionsmarke trifft auf ein junges Scale-up mit D2C-DNA und moderner Hydration-Ästhetik.
«Ricolas Kräuterexpertise und unsere Technologie ergänzen sich perfekt.»
Daraus entsteht nun «Herbal Hydration». Ein Begriff, der fast wie eine neue Getränkekategorie klingt.

Der Sommer gehört jetzt auch Ricola
Marketingtechnisch ist die Lancierung ein bemerkenswerter Move. Über Jahrzehnte war Ricola stark mit Winter, Halsweh und Erkältung verbunden. Die Drink Cubes verschieben die Marke nun sichtbar in Richtung Sommer, Sport, Wellness und Alltagshydration.

Sandra Payer-Schmid, Head of Marketing bei Ricola, formuliert die Botschaft bewusst direkt:
«Folgt dem Durst.»
Gleichzeitig macht sie klar, wie gross die Bedeutung dieses Schritts intern eingeschätzt wird.
«Wir gehen in eine neue Kategorie hinein. Das hilft uns, uns auch in den Sommermonaten zu differenzieren.»
Und entsprechend gross ist auch die kommunikative Aktivierung: TV, Plakatkampagnen, Influencer, Pop-up-Stores, Degustationen, Medienpartnerschaften und Below-the-line-Aktivierungen sollen dafür sorgen, dass sich der neue Nutzungsmoment in den Köpfen festsetzt.
Wenn Sportler und Food Artists die Marke erweitern
Auffällig war am Event auch, wie breit Ricola seine Markenwelt auflädt. Neben Management und Marketing standen plötzlich auch Sportler, Künstlerinnen und Köche im Zentrum.
Swiss-Ski-Athlet Eric Wyler sprach über seine persönliche Verbindung zur Marke:
«Früher auf der Alp war Ricola immer unser Dessert nach dem Essen.»
Langläufer Nicola Wigger wiederum brachte die Markenidentität auf einen einfachen Punkt:
«Ricola steht so viel für die Schweiz.»
Dazu kam Food Artist und TV-Koch Sandro Zinggeler, der aus den Kräutern der Drink Cubes kleine kulinarische Kreationen entwickelte. Minzegel, Kamillenreduktionen oder Kräuterpulver verwandelten die Produktwelt plötzlich in ein multisensorisches Erlebnis.
Diese Details sind wichtig. Ricola verkauft hier nicht nur ein Getränk. Sondern eine kulturelle Erlebniswelt rund um Kräuter, Wasser, Natur und Schweizer Identität.

Vertrauen als Eintrittsticket
Der Schritt in die neue Getränkewelt wäre allerdings kaum denkbar ohne das enorme Vertrauenskapital der Marke. In Schweizer Marken- und Reputationsrankings gehört Ricola seit Jahren zur absoluten Spitze. Bei Promarca, RepTrak oder Swiss Brand Rankings landet die Marke regelmässig unter den vertrauenswürdigsten Brands des Landes.
Genau dieses Vertrauen dürfte nun zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Denn der Markt für funktionale Getränke gehört zu den am stärksten umkämpften überhaupt. Wellness, Hydration und Selfcare sind längst globale Megatrends. Praktisch jede Marke versucht heute, Teil dieser Alltagsroutinen zu werden.
Die unterschätzte Zielgruppe
Parallel dazu verändert sich die Schweiz demografisch fundamental. Seit 2025 leben erstmals mehr Menschen über 65 Jahre im Land als unter 20-Jährige. Gleichzeitig wächst die Gruppe der aktiven Best Ager mit hoher Kaufkraft besonders stark.
Und genau dort besitzen die Drink Cubes einen hochinteressanten Hebel. Mehr trinken, gesünder trinken, praktischer trinken — für viele ältere Menschen ist das kein Lifestyle-Thema, sondern Alltag.
Während jüngere Zielgruppen die Cubes als trendiges Accessoire entdecken könnten, lösen sie bei älteren Konsumenten ein konkretes Bedürfnis. Wasser wird attraktiver, abwechslungsreicher und funktionaler.
Die Marke wird beweglicher
Der Launch im Zürcher Hauptbahnhof zeigte mehr als ein neues Getränk. Er zeigte eine Marke in Bewegung.
Ricola versucht nicht, krampfhaft jung zu wirken. Die Marke übersetzt ihre eigene DNA in eine neue Konsumwelt — zwischen Alpenkräutern, Hydration, Nachhaltigkeit und Lifestyle.
Die Voraussetzungen dafür sind bemerkenswert stark:
eine der vertrauenswürdigsten Marken der Schweiz,
eine funktionierende technologische Partnerschaft,
eine klar verständliche Nachhaltigkeitsidee
und ein Produkt, das ziemlich präzise in den Zeitgeist hinein trifft.
Fokus-Keyphrase:
Ricola Drink Cubes
Meta-Beschreibung:
Ricola lanciert die neuen Drink Cubes im Zürcher HB und erweitert seine Kräuter-DNA Richtung Hydration, Wellness und Lifestyle. Eine Story über Swissness, Markenführung und neue Wachstumsmärkte.
