Regionaler Service
Gastkommentar Lieber eine starke SRG als viele regionale Multimediamonopole, findet Günter Heuberger.
Gastkommentar Lieber eine starke SRG als viele regionale Multimediamonopole.Die SRG hat momentan viele Baustellen und steht wegen der geplanten Gebührenerhöhung im Fokus politischer Parteien und konkurrierender Medienhäuser. Es ist unbestritten und wurde bei der Debatte zum neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) dauernd betont: Wir wollen eine starke SRG, um wichtige Grundpfeiler unseres Staates zu stärken. Gleichzeitig brauchen wir private Radio- und Fernsehprogramme, um auf der regionalen Ebene den Service public régional zu erbringen. Das neue RTVG hat die Medienpolitik gut abgebildet und in allen Bereichen brauchbare Kompromisse geschaffen. Aber es mussten neue Linien gezogen werden. Durch ein grosszügigeres Gebühren-Splitting gibt es nun zehn bis zwölf neue Verbündete, die sich für die Gebührenerhöhungen einsetzen.
Umgekehrt werden Preisüberwacher und Konsumentenorganisationen dafür sorgen, dass die Begehrlichkeiten der SRG und der neuen Gebührenbezüger nicht in den Himmel wachsen. Der freie Empfang von Radio- und TV-Programmen ist in den letzten Jahren ein Grundrecht geworden, das nicht durch die Kommerzialisierung unserer Gesellschaft ausgehöhlt werden darf.
Pay-TV und Pay-Radio haben einen grossen Stellenwert, so dass auch hier Begehrlichkeiten für neue Geschäftsfelder geweckt werden. Mit Bluewin-TV und den neuen Programminhalten der Cablecom ist der Einstieg der Telecomindustrie in den Broadcast-Bereich bereits im Gang.
Früher wollte die Politik viele kleine von den Regionalzeitungen unabhängige Veranstalter, die mehr Nähe schaffen sollten. Heute sind fast alle in die multimedialen Verlagshäuser integriert. In Zukunft sollen die Zeitungsverleger – auf Wunsch ihres Verbandes – Gebührengelder für ihre TV-Sender bekommen. Das einzige verlegerunabhängige Regional-TV sollte jedoch kein Versorgungsgebiet erhalten.
Mit den Gebührengeldern werden die Monopolverlage munter die Konzentration im Zeitungsbereich fortsetzen können. Auch das ist eine Facette schweizerischer Medienpolitik und vielleicht ein Grund, dass die Entscheidungsträger in Bund, Kantonen und Gemeinden lieber eine starke SRG wollen als ein unberechenbarer Haufen regionaler Multimediamonopole, welche alles andere verdrängen wollen.
Günter Heuberger ist Gründer und Chef von Radio Top und Tele Top.
Umgekehrt werden Preisüberwacher und Konsumentenorganisationen dafür sorgen, dass die Begehrlichkeiten der SRG und der neuen Gebührenbezüger nicht in den Himmel wachsen. Der freie Empfang von Radio- und TV-Programmen ist in den letzten Jahren ein Grundrecht geworden, das nicht durch die Kommerzialisierung unserer Gesellschaft ausgehöhlt werden darf.
Pay-TV und Pay-Radio haben einen grossen Stellenwert, so dass auch hier Begehrlichkeiten für neue Geschäftsfelder geweckt werden. Mit Bluewin-TV und den neuen Programminhalten der Cablecom ist der Einstieg der Telecomindustrie in den Broadcast-Bereich bereits im Gang.
Früher wollte die Politik viele kleine von den Regionalzeitungen unabhängige Veranstalter, die mehr Nähe schaffen sollten. Heute sind fast alle in die multimedialen Verlagshäuser integriert. In Zukunft sollen die Zeitungsverleger – auf Wunsch ihres Verbandes – Gebührengelder für ihre TV-Sender bekommen. Das einzige verlegerunabhängige Regional-TV sollte jedoch kein Versorgungsgebiet erhalten.
Mit den Gebührengeldern werden die Monopolverlage munter die Konzentration im Zeitungsbereich fortsetzen können. Auch das ist eine Facette schweizerischer Medienpolitik und vielleicht ein Grund, dass die Entscheidungsträger in Bund, Kantonen und Gemeinden lieber eine starke SRG wollen als ein unberechenbarer Haufen regionaler Multimediamonopole, welche alles andere verdrängen wollen.
Günter Heuberger ist Gründer und Chef von Radio Top und Tele Top.
