Rassismus, KI und Sexismus: Vielseitiges Programm am 2. Gisler-Gipfel

Am Donnerstag fand der zweite Gisler-Gipfel des Vereins Gislerprotokoll, im Westhive in Zürich statt. Auf der Bühne standen unter anderem die Rassismus-Expertin Anja Nunyola Glover und die Diversity-Expertin Isabel Gabor.

Nina Bieli begrüsst die Teilnehmenden zum 2. Gisler-Gipfel. (Bilder: Jana Leu)

Der Gisler-Gipfel ist der alljährlich stattfindende, grösste Event des Vereins Gislerprotokoll. Der Event dient der Inspiration, Information und dem Austausch rund um Themen aus dem DEI-Kosmos. Geladen sind unter anderem alle Mitglieder sowie Interessierte. Der Gisler-Gipfel war dieses Jahr ausverkauft und fand entsprechend vor vollen Rängen statt.

Vor dem Gisler-Gipfel fand zudem die Mitgliederversammlung des Vereins statt, an welcher das Vorstandsmitglied Andrea Heller für ihre Tätigkeit der letzten zwei Jahre verdankt und Laura Saner als neues Vorstandsmitglied begrüsst wurde.

Seximus, Rassismus und Inklusivität in der KI

Der Gisler-Gipfel selbst startete um 17 Uhr mit einleitenden Worten der Co-Initiantin und Vereinspräsidentin Nina Bieli. Sie stellte unter anderem die kürzlich publizierte Stereotypen-Analyse vor, eine jährliche Analyse der Bewegtbildwerbung der Schweiz (Werbewoche.ch berichtete). Das Fazit: Es geht aufwärts, es bleibt aber auch noch viel zu tun.

Darauf folgte die erste Keynote des Abends von Anja Nunyola Glover zum Thema «Rassismuskritischer Blick auf Werbung». Die Rassismusexpertin zeigte eindringlich, wie rassistische Stereotype auf den ersten Blick nicht sichtbar sind und was Agenturen tun können, um solche zu vermeiden.

Die zwei TBWA-Kreativen Vittoria Apicella und Luca Lilla aus Italien präsentierten in ihrer Keynote ihre preisgekrönte Arbeit zu Biases in der Künstlichen Intelligenz und dem Potenzial von KI in Bezug auf die Sichtbarmachung von Behinderungen. Sie schliessen, dass Generative KI zwar nach wie vor nicht inklusiv ist, aber trotzdem für inklusive Kampagnen und Projekt genutzt werden kann.

Den Abschluss machte Isabel Gabor mit ihrem entschiedenen Beitrag «(M)ad girl – Sexismus, Wut und Aktivismus.» Sie machte deutlich, wie verbreitet Sexismus in der Agenturwelt ist und rief auch Schweizer Agenturen dazu auf, Position gegen Sexismus zu beziehen.

Nach diesen drei abwechslungsreichen und aussagekräftigen Keynotes verabschiedete Nina Bieli die Anwesenden in den Apéro Riche für einen lebendigen Austausch. Nina Bieli freut sich über die ausverkaufte Ticketsituation: «Das bestätigt uns alle – Vorstand und Mitglieder – einmal mehr darin, dass das Thema nach wie vor hochrelevant und aktuell ist. Gleichzeitig ist es auch toll, dass wir mit den Beiträgen von Anja Nunyvola Glover und Isabel Gabor einen wichtigen Blick über den Tellerrand des Gislerprotokolls werfen konnten und von beiden eindringliche, aber auch motivierende Impulse erhalten haben», so Bieli.

Auch Karin Knapp, Head of Corporate Communications bei Aroma und verantwortlich für Events im Vorstand des Gislerprotokolls, ist zufrieden: «Dass wir für unsere Mitglieder – und natürlich alle Interessierten – einmal im Jahr einen solchen Event auf die Beine stellen können und damit die Mitgliederbeiträge wiederum genau diesen Menschen, die das Gislerprotokoll tagtäglich leben, zurückgeben können, ist jedes Jahr aufs Neue ein tolles Gefühl.»

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