Rangeleien bei Presse-TV
Die neue Jean Frey AG wünscht einen 10-Prozent-Anteil beim Verleger-Fernsehen
Die neue Jean Frey AG wünscht einen 10-Prozent-Anteil beim Verleger-FernsehenVon Markus Knöpfli Damit die Bilanz ihren Business-Talk auf Presse-TV weiterführen kann, müsste ihre mittlerweile selbstständige Mutter Jean Frey AG eigentlich Aktionärin beim Verlegerfernsehen auf SF 2 werden. Ob sie darf, ist noch nicht entschieden. Ringier könnte sich querstellen.
Seit dem 15. März, als der Verwaltungsrat von Presse-TV zum letzten Mal getagt hatte, liegt der Vorschlag auf dem Tisch: Die Basler Mediengruppe (BM) tritt die Hälfte ihres 20-Prozent-Anteils am Verlegerfernsehen an ihre ehemalige Tochter Jean Frey AG ab, was dieser ermöglichen würde, ebenfalls Teilhaberin zu werden und ihre Sendungen einzubringen. Dies wiederum wäre aber für die Jean Frey AG die langfristige Voraussetzung dafür, im Rahmen von Presse-TV den Business-Talk der Bilanz weiterzuführen und allenfalls andere Projekte zu lancieren.
Unter normalen Umständen wäre die Aufnahme der Jean Frey AG wohl eine Formsache, denn an sich hat wohl keiner der übrigen Presse-TV-Teilhaber (Ringier 30%, NZZ 30%, die deutsche Verlegergruppe DCTP 20%) etwas gegen einen weiteren Aktionär – umso mehr, als dessen Business-Talk heute schon anständige Quoten erzielt. Das sieht auch BM-CEO Beat Meyer so: «Ein Rauswurf wäre nicht im Interesse von Presse-TV, denn Bilanz-Business-Talk ist eine gute Sendung.»
Streicht der Beobachter sein Ringier-TV-Sponsoring?
Doch die derzeitigen Umstände sind nicht «normal», wirft doch der Krach zwischen BM und Ringier wegen des abgebrochenen Jean-Frey-Deals seinen Schatten bis in den Presse-TV-VR. Dort sitzen unter anderem ausgerechnet zwei Personen, die sich seit einigen Monaten lieber aus dem Weg gehen: Beat Meyer und – seit kurzem erst – Ringier-COO Martin Werfeli.
Letzterer sagt offen, dass er die Zusammenarbeit zwischen BM und Ringier «bei Presse-TV handicapiert» sieht, denn «selbstverständlich haben wir bezüglich der Eigenschaften der BM-Verantwortlichen eine geänderte Sicht». Vielsagend fügt er hinzu: «Die Entwicklung bei Presse-TV bleibt abzuwarten.» So viel steht aber fest: Will die BM wirklich 10 Prozent verkaufen, haben die anderen Aktionäre ein Vorkaufsrecht. Ob Ringier dieses wahrnehmen will, ist noch nicht entschieden, Werfeli will es aber eingehend prüfen, sagt er.
Doch was geschieht mit dem Bilanz-Business-Talk, falls Ringier das Vorkaufsrecht tatsächlich wahrnimmt – beziehungsweise falls die BM unter solchen Umständen das Angebot zurückziehen sollte? «Diese Sendung kann man trotzdem bei Presse-TV machen, auch ohne Jean Frey AG im Aktionariat. Dafür wird sich schon eine Zusammenarbeitsform finden», sagt Werfeli achselzuckend und verweist auf die interimistische Regelung, die seit der Selbstständigkeit der Jean Frey AG gilt. Dort ist allerdings die Verteilung der Werbeeinnahmen im Umfeld des Talks noch nicht ausgehandelt.
Sollte Ringier Jean Frey AG tatsächlich einen Haken stellen, hätte dies auch für den grössten Schweizer Medienkonzern einen (kleinen) Widerhaken: Vermutlich würde der Beobachter aus dem Hause Jean Frey sein Sponsoring bei Ringiers Konsum-TV – im Rahmen von Presse-TV – einstellen, zumal Ringier an einem eigenen Konsummagazin arbeitet. Eine Stellungnahme von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger war dazu nicht erhältlich.
Seit dem 15. März, als der Verwaltungsrat von Presse-TV zum letzten Mal getagt hatte, liegt der Vorschlag auf dem Tisch: Die Basler Mediengruppe (BM) tritt die Hälfte ihres 20-Prozent-Anteils am Verlegerfernsehen an ihre ehemalige Tochter Jean Frey AG ab, was dieser ermöglichen würde, ebenfalls Teilhaberin zu werden und ihre Sendungen einzubringen. Dies wiederum wäre aber für die Jean Frey AG die langfristige Voraussetzung dafür, im Rahmen von Presse-TV den Business-Talk der Bilanz weiterzuführen und allenfalls andere Projekte zu lancieren.
Unter normalen Umständen wäre die Aufnahme der Jean Frey AG wohl eine Formsache, denn an sich hat wohl keiner der übrigen Presse-TV-Teilhaber (Ringier 30%, NZZ 30%, die deutsche Verlegergruppe DCTP 20%) etwas gegen einen weiteren Aktionär – umso mehr, als dessen Business-Talk heute schon anständige Quoten erzielt. Das sieht auch BM-CEO Beat Meyer so: «Ein Rauswurf wäre nicht im Interesse von Presse-TV, denn Bilanz-Business-Talk ist eine gute Sendung.»
Streicht der Beobachter sein Ringier-TV-Sponsoring?
Doch die derzeitigen Umstände sind nicht «normal», wirft doch der Krach zwischen BM und Ringier wegen des abgebrochenen Jean-Frey-Deals seinen Schatten bis in den Presse-TV-VR. Dort sitzen unter anderem ausgerechnet zwei Personen, die sich seit einigen Monaten lieber aus dem Weg gehen: Beat Meyer und – seit kurzem erst – Ringier-COO Martin Werfeli.
Letzterer sagt offen, dass er die Zusammenarbeit zwischen BM und Ringier «bei Presse-TV handicapiert» sieht, denn «selbstverständlich haben wir bezüglich der Eigenschaften der BM-Verantwortlichen eine geänderte Sicht». Vielsagend fügt er hinzu: «Die Entwicklung bei Presse-TV bleibt abzuwarten.» So viel steht aber fest: Will die BM wirklich 10 Prozent verkaufen, haben die anderen Aktionäre ein Vorkaufsrecht. Ob Ringier dieses wahrnehmen will, ist noch nicht entschieden, Werfeli will es aber eingehend prüfen, sagt er.
Doch was geschieht mit dem Bilanz-Business-Talk, falls Ringier das Vorkaufsrecht tatsächlich wahrnimmt – beziehungsweise falls die BM unter solchen Umständen das Angebot zurückziehen sollte? «Diese Sendung kann man trotzdem bei Presse-TV machen, auch ohne Jean Frey AG im Aktionariat. Dafür wird sich schon eine Zusammenarbeitsform finden», sagt Werfeli achselzuckend und verweist auf die interimistische Regelung, die seit der Selbstständigkeit der Jean Frey AG gilt. Dort ist allerdings die Verteilung der Werbeeinnahmen im Umfeld des Talks noch nicht ausgehandelt.
Sollte Ringier Jean Frey AG tatsächlich einen Haken stellen, hätte dies auch für den grössten Schweizer Medienkonzern einen (kleinen) Widerhaken: Vermutlich würde der Beobachter aus dem Hause Jean Frey sein Sponsoring bei Ringiers Konsum-TV – im Rahmen von Presse-TV – einstellen, zumal Ringier an einem eigenen Konsummagazin arbeitet. Eine Stellungnahme von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger war dazu nicht erhältlich.
