PWC-Studie: Medien- und Unterhaltungsbranche wächst dank Digitalisierung
Weltweit wird die Medien- und Unterhaltungsbranche in den nächsten Jahren zu zwei Dritteln dank dem Digitalbereich wachsen. Dieser globale Trend gilt auch für die Schweiz, wie die Studie «Swiss Entertainment & Media Outlook 2012-2016» von PWC zeigt.
Die Konsumenten werden jährlich rund 2,3 Prozent mehr für Medien, Unterhaltung und Internetzugang ausgeben: von 12,6 Milliarden Franken im Jahr 2011 auf 14,1 Milliarden Franken im Jahr 2016. Zeitversetzter TV-Konsum ist eine der grössten Herausforderungen für die Fernsehwerbung. Die Ausgaben für Fernsehwerbung werden von 735 Millionen Franken im Jahr 2011 auf 803 Millionen Franken im Jahr 2016 nur leicht wachsen. Obwohl Konsumentenmagazine immer öfter digital erhältlich sind, werden die Ausgaben von 1,1 Milliarden Franken im Jahr 2011 auf 921 Millionen Franken im Jahr 2016 sinken.
Der grösste Teil des prognostizierten Wachstums entsteht durch das Segment «Mobiler Internetzugang». Die entsprechenden Einnahmen nehmen jährlich um 21,6 Prozent zu und werden 2016 bei 2,1 Milliarden Franken liegen (2011: 784 Millionen Franken). Bis 2016 werden für Internetwerbung jährlich 9,3 Prozent mehr ausgegeben, sodass die Ausgaben von 769 Millionen Franken im Jahr 2011 auf 1,2 Milliarden Franken im Jahr 2016 steigen.
Veränderter TV-Konsum
«Im Bereich TV und Video sorgen Anbieter von zeitversetzten und individuell bestellbaren Programmen für ein verändertes Nutzerverhalten», erklärt Patrick Balkanyi, Partner und Branchenleiter Technologie, Telekommunikation, Infocomm und Medien bei PWC Schweiz. Die Ausgaben für TV-Gebühren und Lizenzen wachsen in den nächsten fünf Jahren von 2,1 auf gut 2,2 Milliarden Franken, was einer jährlichen Zunahme um 1,5 Prozent entspricht. 2011 war der Bereich noch um fünf Prozent gewachsen. «Neue Formen des TV-Konsums beeinflussen auch die entsprechenden Werbeeinnahmen. Zeitversetzter TV-Konsum ist eine der grössten Herausforderungen für die Fernsehwerbung», führt Patrick Balkanyi weiter aus. Bis 2016 dürften die Ausgaben für Fernsehwerbung von 735 Millionen Franken im Jahr 2011 auf 803 Millionen Franken im Jahr 2016 wachsen.
Auf analog folgt digital
Der Schweizer Markt für Musikdateien legt in den nächsten Jahren kontinuierlich zu, nachdem 2011 noch ein leichter Rückgang verzeichnet worden war. Im Jahr 2011 lagen die Konsumentenausgaben bei 891 Millionen Franken, 2016 dürften sie knapp 1,1 Milliarden Franken betragen. «Physische Tonträger verlieren weiter an Boden zugunsten von digitalen Dateien und preiswerten Streamingangeboten. Dasselbe trifft auf das Filmsegment zu, wo digitale Downloads vor allem dank der mobilen Abspielgeräte auf dem Vormarsch sind», sagt Bogdan Sutter, Leiter Digitale Transformation bei PWC Schweiz. 2016 werden Schweizerinnen und Schweizer im Filmsegment 643 Millionen Franken ausgeben (2011: 562 Millionen Franken). Die digitalen Downloads wachsen im gleichen Zeitraum von 50 Millionen auf 188 Millionen Franken. Der Bereich Video- und Online-Games gehört zu den kleineren Umsatzträgern in der Unterhaltungs- und Medienbranche, verzeichnet aber in den nächsten fünf Jahren mit durchschnittlich 5,4 Prozent ein stolzes Wachstum. 2016 werden die voraussichtlichen Ausgaben bei 531 Millionen Franken (2011: 407 Millionen Franken) liegen.
Bescheidene Radio- und Aussenwerbung
Der Radiomarkt war 2011 um 1,4 Prozent auf 599 Millionen Franken gewachsen. Bis 2016 werden die Ausgaben jährlich nur noch um 0,9 Prozent steigen und damit 2016 628 Millionen Franken betragen. Auch der Bereich Aussenwerbung legt mit voraussichtlich durchschnittlich 1,9 Prozent in den nächsten fünf Jahren bescheiden zu und wird 2016 für einen Umsatz von 720 Millionen Franken (2011: 655 Millionen Franken) sorgen.
Rückläufige Ausgaben für Magazine und Zeitungen
Obwohl Konsumentenmagazine immer öfter digital im Web, auf Smartphones und Tablet-Geräten erhältlich sind, werden die Ausgaben von 1,1 Milliarden im Jahr 2011 auf 921 Millionen Franken im Jahr 2016 sinken. Beim Schweizer Zeitungsmarkt ist mit einem jährlichen Ausgabenminus von 4,8 Prozent zu rechnen, so dass 2016 noch 1,7 Milliarden Franken (2011: 2,2 Milliarden Franken) umgesetzt werden.
