Publicis, Lausanne, wirbt für Expo.02
. Die Werbeagentur der Landesausstellung Expo.02 heisst Publicis, Lausanne. Die Agentur setzte sich in einem dreistufigen Ausschreibungsverfahren durch. In die letzte Pitchrunde hatten es auch McCann-Erickson, Genf, Weber Hodel Schmid und Wirz gescha
HALTET Flavia AM KOCHEN. Es sei noch nicht sicher, dass die Kochrezepte von Flavia Schlittler in der Kultzeitschrift Kult eines Tages zu einem gebundenen Kochbuch verarbeitet würden. Gebundene Saucen hingegen sind garantiert, denn gemäss Seite 27 der Februarausgabe des «hippsten Magazins der hippsten Stadt der Welt» (Eigenwerbung) wird Flavia als «schärfste Köchin der Schweiz» jeden Monat für «die geilsten 100000 Leser der Welt» (Eigenwerbung) ein Rezept schreiben. Prost!
Interbrand Zintzmeyer & Lux legt zu. Die Markenberatungsagentur Interbrand Zintzmeyer & Lux (IBZ&L) profitiert vom Boom der Fusionen und Umbenennungen: Im vergangenen Geschäftsjahr wurde der Honorarumsatz um rund 20 Prozent auf 39,1 Millionen Franken gesteigert. Die Mitarbeiterzahl stieg von 135 auf 178. Davon arbeiten 123 in Zürich, 55 in den deutschen Filialen. In den letzten fünf Jahren verdoppelte IBZ&L ihren Umsatz. Die Umbenennung der Oerlikon Bührle in Unaxis sowie der Slogan «Zürich Downtown Switzerland» gehören zu den Leistungen der Agentur.
ÜBERSETZEN HEISST NICHT SURPLANTER. Mit dem wörtlichen Übersetzen von Werbetexten hat das so seine Affairen. Noch schlimmer wird es, wenn Bilder in einen höheren Gang geschaltet, beziehungsweise übersetzt werden. «Der Foifer und sWeggli» ist in der deutschen Schweiz ein Sprichwort. Im Welschland heisst die egalisierte Volksweisheit aber «le beurre et l’argent du beurre» – übersetzt müsste es also heissen: «Die Butter und das Silber der Butter». Stimmen in der Anzeige, auf die uns Constant Pochen von Publicitas Léman aufmerksam gemacht hat, tut deshalb vor allem die Headline: «Difficile de faire mieux.» Zerbrochen hat diese Anklage für Amag die Agentur Moritzi.
Radio Top wirbt mit Brot. Die Ostschweizer Top-Gruppe (Radio Top, Radio Top Two und Tele Top) lanciert zusammen mit dem Ostschweizer Bäcker- und Konditorenmeister-Verband das Top-Brot. Das 400 Gramm schwere Mehrkornbrot soll in Bäckereien in den Kantonen Thurgau, St. Gallen, Appenzell und Schaffhausen angeboten werden.
KORNHAUSFORUM ZEIGT PLAKATE. Im Berner Kornhaus wird an diesem Donnerstag eine Ausstellung mit den schönsten Plakaten von Stephan Bundi und Claude Kuhn eröffnet. Die Vernissage gilt gleichzeitig einem Buch mit Werken der beiden Grafiker (Stämpfli Verlag, ISBN 3-7272-1020-6). Kuhn arbeitet frei und als Ausstellungsgestalter am Naturhistorischen Museum in Bern. Bundi arbeitet in Niederwangen in allen Bereichen des Graphic Designs.
Y&R Schweiz wächst um 27 Prozent. Die Schweizer Gesellschaften des Werbekonzerns Young & Rubicam steigerten ihre Honorareinnahmen im Geschäftsjahr 2000 um 27 Prozent auf 73,9 Millionen Franken. Den Hauptanteil an den Einnahmen (31,3 Millionen Franken) hat die Werbeagentur Advico Young & Rubicam. Am kräftigsten wuchs die Webagentur Futurecom Interactive, um 58 Prozent auf 12,5 Millionen Franken. Die Mediaagentur The Media Edge legte beim Honorar um 45 Prozent auf 1,6 Millionen Franken zu, bei den Billings sogar um rund 65 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in der Gruppe stieg von 264 auf 338.
MERKWÜRDIGE PLAKATE. 1961 hingen an verschiedenen offiziellen Plakatstellen in Zürich «merk-würdige» Plakate, die keine kommerzielle Botschaft enthielten. Karl Gerstner, Organisator der in aller Stille geplanten Aktion, wollte damit «Kunst im Werktagsgewand» präsentieren. Dieses Happening der Zürcher Konkreten erlebte seither verschiedene Neuauflagen unter dem Stichwort «künstlerische Plakat-Interventionen im öffentlichen Raum». Was dabei herausgekommen ist, zeigt nun das Zürcher Museum für Gestaltung in einer plakativen Chronik. Die Vernissage im Plakatraum an der Limmatstrasse 55 geht am 26. Februar, 18 Uhr, über das Parkett.
Werbepartnerschaft zwischen Blick und «täglich ran». Sat 1 (Schweiz) und Blick haben eine Werbepartnerschaft geschlossen. Blick wird neuer Co-Sponsor der Fussballsendung «täglich ran» auf dem Schweizer Programmfenster von Sat 1 (neben Feldschlösschen Schlossgold). Blick ist in der Sendung auf dem Billboard präsent; zudem läuft der tägliche Blick-TV-Spot neu auch auf Sat 1. Im Gegenzug erhält «täglich ran» Werbefläche im Blick.
Editorial
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Das Image eines Unternehmens wird von vielen Faktoren geprägt, von Produkten und Dienstleistungen, Mitarbeitern, der Werbung … Für jeden Bereich gibt es Verantwortliche: für Forschung und Entwicklung, das Personalwesen, das Marketing. Jeder Job setzt ein bestimmtes Anforderungsprofil voraus. Nicht unbedingt so bei der Öffentlichkeitsarbeit, die von vielen Unternehmen noch viel zu wenig ernst genommen wird. Häufig ist sich das Management gar nicht bewusst, welchen direkten oder indirekten Schaden Dilettantismus in der Kommunikation anrichtet. Gute Produkte und guter Service allein reichen fürs Image nicht mehr aus. Viele Publikumsgesellschaften haben den Stellenwert effizienter PR-Arbeit erkannt und die erforderlichen Strukturen geschaffen. Bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen besteht noch erheblicher Nachholbedarf.
Trotzdem wirtschaftet die PR-Branche auf goldenem Boden. Dies hat viele Gründe: Internet-Start-ups streben nach schneller Bekanntheit, Börsengänge müssen publizistisch begleitet, Firmenkäufe und Fusionen erläutert werden. Hinzu kommt ein wachsendes Bewusstsein für Krisen-PR: Bei Problemen wird heute schneller professionelle PR-Unterstützung in Anspruch genommen.
Auch PR in eigener Sache wird für Werbeagenturen selbst zum Thema.
Immer häufiger nutzen sie dieses Kommunikationsinstrument für eigene Zwecke und beginnen, PR im Sinne von Issue Management zu begreifen. Das Setzen von Themen hilft, öffentlich als Marke wahrgenommen zu werden.
Wie PR und Werbung erfolgreich unter einen Hut zu bringen sind, zeigt das 50-Jahr-Jubiläum der Public Relations + Werbe AG PRW (S. 12). Fette Jahre für die Kommunikationsbranche erwartet auch Klaus J. Stöhlker, der diesen Frühling mit einer neuen Publikation aufwartet: «Wer richtig kommuniziert, wird reich».
Im Interview auf Seite 37 äussert
sich der PR-Profi über das
Spannungsfeld zwischen Werbung und Unternehmenskommunikation. Er rät allen Kunden, Kommunikationskompetenz aufzubauen, damit sie ihre eigenen Berater und Agenturen kontrollieren können.
Samuel Helbling
