Plastikenten für das Beste vom ADC

ADC Unter dem Titel «Off Side Art» zeigt das Haus Konstruktiv noch bis Mitte September die vom ADC prämierten Arbeiten. Ein Amateur-auftritt von Wirz bittet möglichst viele Besucher in die Ausstellung.

ADC Unter dem Titel «Off Side Art» zeigt das Haus Konstruktiv noch bis Mitte September die vom ADC prämierten Arbeiten. Ein Amateur-auftritt von Wirz bittet möglichst viele Besucher in die Ausstellung. «Wir halten zwar Werbung nicht für Kunst», betont der Art Directors Club Schweiz (ADC) mit Nachdruck. Trotzdem sind zurzeit die besten Agenturarbeiten des vergangenen Jahres im Haus Konstruktiv zu Gast. «The Best of Art Directors Club of Switzerland 2003» ist der Auftakt zum Ausstellungszyklus «Off Side Art», mit dem das Haus Konstruktiv «eine Brücke zur aktuellen Gestaltungsszene schlagen» will. Der Startschuss für die multimediale Präsentation ist bereits Anfang Juni gefallen – mit der Vernissage des ADC-Jahrbuches. Allerdings machte der Jahrhundertsommer den Veranstaltern einen dicken Strich durch die Rechnung: Bis anhin blieben die Besucherströme aus. «Dabei wäre es im Haus Konstruktiv angenehm kühl», schmunzelt ADC-Mitglied und Wirz-CD Matthias Freuler. Er und sein Team wollen jetzt mit einer Kampagne für volle Hallen im EWZ-Unterwerk Selnau sorgen.
«Wie würde preisgekrönte Werbung aussehen, wenn sie von Amateuren umgesetzt wird?» Die Antwort auf diese Frage holte sich die gestandene Kreativgarde an der Uetlibergstrasse bei den Grafik-Lehrlingen Charis Arnold und Ada Tanner. Mit einem Budget von 200 Franken sollten die künftigen Profis den VBZ-Spot von Publicis produzieren.
Das Ergebnis sorgte vor allem bei den Kollegen an der Theaterstrasse für feuchte Augen: Zwei Plastikenten und ein Spielzeugtram gondeln zu angedeuteten Xylofon-Klängen – das Original von Schubert ist noch knapp zu erkennen – über eine Wasserpfütze. «Das ist die Amateurversion eines preisgekrönten Werbespots. Was Profis daraus machen, sehen Sie bis 14. September im Haus Konstruktiv», löst das Claim den ungewohnten Spot auf. Gefilmt wurde mit der agentureigenen Videokamera.
Die beiden angehenden Grafikerinnen beherrschen ihr Handwerk aber doch schon so gut, dass sie gelegentlich zu mehr Dilettantismus gemahnt werden mussten, wie Freuler leichten Herzens gesteht.
Professionelle Unterstützung erhielt der ADC bei den Schaltungen: IP Multimedia spendet dem 35-Sekunden-Film bis Ende August Werbezeit auf RTL, Kabel 1 und Pro 7. Für Präsenz im Print sponserte Ringier Anzeigenplätze in seinen Boulevardblättern Blick und SonntagsBlick. Schliesslich stand das Fussballsujet der Schweizer-Illustrierten-Kampagne Modell für das Amateurinserat.
Ob so viel Engagement zeigte letztlich auch Petrus Erbarmen und spendet nun aufmunterndes Museumswetter.
Spotumsetzung durch die Wirz-Lehrlinge: Spielzeugtram und Plastikente locken Museumsbesucher an.
Der preisgekrönte Publisuisse-Originalspot für den ZVV ist in der ADC-Ausstellung zu sehen.
Simone Keller

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