Noch nicht ganz reif
René Worni über den Restverlag Jean Frey
René Worni über den Restverlag Jean FreyJüngst vermeldete die taz aus täuschender Berliner Ferne (Titel: «Mit Roger nach rechts»), mit dem Kauf von 60 Prozent der Weltwoche durch noch Welt-Chefredaktor Köppel stehe – seines Flaggschiffs beraubt – der Jean Frey Verlag zur Disposition. Ein klassischer Übernahmekandidat. Mögliche Interessenten an diesem noch aus Beobachter, Bilanz und TVStar bestehenden Gebilde wären Ringier, Tamedia und der Axel Springer Verlag (dessen Lohnempfänger Roger Köppel derzeit noch ist). Denkbar sind alle Varianten, doch gibt es eine plausible? Besonders Springer gilt der taz als wahrscheinlicher Käufer, hält der doch bereits mit der HandelsZeitungs-Gruppe und mit dem Launch eines neuen Blattes für digitales Fernsehen einen Fuss im Land. Doch was soll Springer mit der Bilanz? Ringier wurde bereits einmal enttäuscht, als BaZ-Verleger Hagemann den Verlag einer zunächst unbekannten Investorengruppe veräusserte. Als einigermassen prestigeträchtig gälte an der Dufourstrasse höchstens der Beobachter. Mit der Bilanz erwüchse Konkurrenz zum eigenen Cash-Projekt und TVStar würde wohl verschwinden, denn Ringier ist bereits gut dotiert mit Programmzeitschriften. Mit 40 Prozent am Prestigetitel Weltwoche lässt sich ausserdem (schade, Herr Meyer) kein Staat mehr machen.
Bleibt Tamedia. Das Regionalisierungsprojekt des Tages-Anzeigers kostet zwar, doch die zweite Schiene – Expansion durch Zukäufe – ist ebenso wiederholt erklärtes Ziel der Strategen an der Werdstrasse. Immerhin würden sowohl der Beobachter wie auch die Bilanz dem gut aufgestellten Verlag nicht schlecht zu Gesicht stehen. Der Programmbeilage TVtäglich erwüchse durch TVStar kaum Konkurrenz. 40 Prozent an der Weltwoche als strategisches Pfand – man kann nie wissen.
Verkaufs- und Übernahmeszenarien als blosse Erfindung, so die Dementis bei Jean Frey. Doch was täte der Verlag ganz ohne Weltwoche? Noch ist nicht klar, wie stark Jungverleger Köppel die Dienste des Verlages beanspruchen will und muss. Zunächst will er den Titel physisch in andere Lokalitäten umsiedeln. Indiz für eine absehbare Restverweildauer bei Jean Frey? Ohne Prestigeobjekt Weltwoche erscheint ein Verkauf immerhin plausibel.
> René Worni, Redaktor
Bleibt Tamedia. Das Regionalisierungsprojekt des Tages-Anzeigers kostet zwar, doch die zweite Schiene – Expansion durch Zukäufe – ist ebenso wiederholt erklärtes Ziel der Strategen an der Werdstrasse. Immerhin würden sowohl der Beobachter wie auch die Bilanz dem gut aufgestellten Verlag nicht schlecht zu Gesicht stehen. Der Programmbeilage TVtäglich erwüchse durch TVStar kaum Konkurrenz. 40 Prozent an der Weltwoche als strategisches Pfand – man kann nie wissen.
Verkaufs- und Übernahmeszenarien als blosse Erfindung, so die Dementis bei Jean Frey. Doch was täte der Verlag ganz ohne Weltwoche? Noch ist nicht klar, wie stark Jungverleger Köppel die Dienste des Verlages beanspruchen will und muss. Zunächst will er den Titel physisch in andere Lokalitäten umsiedeln. Indiz für eine absehbare Restverweildauer bei Jean Frey? Ohne Prestigeobjekt Weltwoche erscheint ein Verkauf immerhin plausibel.
> René Worni, Redaktor
