«Nichts als eine Anekdote»
Le-Matin-Chef Peter Rothenbühler fühlt sich rundum akzeptiert
Le-Matin-Chef Peter Rothenbühler fühlt sich rundum akzeptiertDie einzige Abstimmung, die für mich zählt, findet am Kiosk statt», kommentiert Peter Rothenbühler die interne Vertrauensabstimmung, die für ihn als Chefredaktor von Le Matin nicht eben rosig ausgefallen ist (WW 25/02). Aber er darf getröstet sein: Mit der Lancierung der neuen Formel wurde die Auflage der Boulevardzeitung innerhalb eines Jahres um zwei Prozent gesteigert. Für Rothenbühler ist im Übrigen das Geschehen rund um diese Abstimmung eine Anekdote, die ihn persönlich nicht berührt, aber nach aussen eine negative PR-Wirkung für Edipresse gehabt habe, meint er gegenüber der WerbeWoche. Er fühle sich nicht in Frage gestellt, denn eine Vertrauensbasis werde im gemeinsamen Gespräch bei der täglichen Arbeit geschaffen und nicht durch Abstimmungen mit konsultativem Charakter. Die Mehrzahl der Journalisten erlebe er motiviert und kooperativ, ergänzt er. Zudem sei er sich bewusst, dass der Boulevardjournalismus etwas vom Schwierigsten sei. Deshalb trainiere er seine Mitarbeiter auch, damit sie an dieser Aufgabe wachsen könnten. Volle Rückendeckung in seiner Position als Chefredaktor erhält Rothenbühler auch von Pierre Lamunière. Der Patron von Edipresse, der Peter Rothenbühler als kompetenten und erfahrenen Chefredaktor bezeichnet, spricht sich persönlich gegen solche redaktionsinternen Abstimmungen aus. Er zeigte sich schockiert, dass eine strikt interne Angelegenheit an die Öffentlichkeit gelangt ist. Er will aber den Redaktionen die Gelegenheit nicht nehmen, sich frei zu äussern.
Vielleicht wird das für Schweizer Redaktionen unübliche Abstimmungsprozedere demnächst auch still und leise abgeschafft. Immerhin haben sich 20 Mitarbeiter ihrer Stimmen enthalten, und weitere 30 haben sich gar nicht erst die Mühe genommen, ihre Meinung zum Arbeitsstil des Chefredaktors abzugeben. Anita Vaucher
Vielleicht wird das für Schweizer Redaktionen unübliche Abstimmungsprozedere demnächst auch still und leise abgeschafft. Immerhin haben sich 20 Mitarbeiter ihrer Stimmen enthalten, und weitere 30 haben sich gar nicht erst die Mühe genommen, ihre Meinung zum Arbeitsstil des Chefredaktors abzugeben. Anita Vaucher
