Nachgefragt: Rainer Kuhn

Nachgefragt Rainer Kuhn Wie kommt der Herausgeber eines Partymagazins auf eine Kinderzeitschrift?Rainer Kuhn: Das neue Kult hat mit dem Thema Partys nichts mehr zu tun! Damit haben wir vor g

Nachgefragt Rainer Kuhn Wie kommt der Herausgeber eines Partymagazins auf eine Kinderzeitschrift?
Rainer Kuhn: Das neue Kult hat mit dem Thema Partys nichts mehr zu tun! Damit haben wir vor gut einem halben Jahr aufgehört, weil es zu langweilig wurde.
Schön – aber warum KinderKult?
Kuhn: Ich habe eine achtjährige und eine achtmonatige Tochter, mein Partner Fredy Heritsch einen fünfjährigen Sohn. Da kommen solche Ideen wahrscheinlich einfach irgendwann.
An Medien für Kinder werden pädagogische Ansprüche gestellt. Kann KinderKult diese erfüllen?
Kuhn: Wenn ich mir den Markt anschaue, kann ich fast nicht glauben, dass es diese Ansprüche gibt. Wir wollen Kindern vor allem auch ältere Werte vermitteln, die im Zeitschriftenmarkt aber kaum unterstützt werden. Werte, die Eltern ihren Kinder gern weitergeben möchten. Anders gesagt: Mary Poppins statt Lara Croft, ruhige Gestaltung an Stelle von knalligen Reizen. Damit wird KinderKult praktisch eine Familienzeitschrift.
Kindermarketing ist umstritten. In der EU gibt es Pläne, TV-Werbung für Kinder zu verbieten. Wie stehen Sie dazu?
Kuhn: Damit rennen Sie bei KinderKult offene Türen ein. Wir schalten zum Beispiel nur doppelseitige Anzeigen. Kinder können nicht zwischen Inserat links und Inhalt rechts unterscheiden. Hier Barbie, dort Tiergeschichte: Das verwirrt sie. Wir nehmen auch keine Werbung für Videospiele an, die eignen sich nicht für unsere Zielgruppe. Wir behalten uns vor, Anzeigen abzulehnen, wenn sie nicht zu unserer Philosophie passen. KinderKult soll nicht eine Inseratekuh mit etwas Inhalt werden, dazu ist mir die Zeitschrift zu wichtig. (sm)

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