Manager kommen runter

Sport ist Mord – wie überraschend. Kolumne von Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Wilhelm.

Eigentlich haben wir es ja geahnt: Sport ist nicht gesund und schadet, lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen, unserer «Work-Life-Balance». Wenn das so kurz nach Weihnachten mal keine grosse Freud’ ist, die SAM-Headhunter Moritz Nauer da verkündet. Wir können unsere Rettungsringe also ganz leger an den Fitnessstudios vorbeischwingen, die mit Prozenten gegen unsere Pfunde kämpfen wollen. Es sei denn, wir streben hoch hinaus.
Übertriebenes Sporteln sei die Folge «medial vermittelten Gesundheitswahns», so Nauer. Diesem fielen besonders Topmanager zum Opfer. Da haben wir ‹s wieder: Böse böse Medien, böse böse Werbung. Und huch: Snowboard-Schloter, Eishockey-Merz und Ski-Vasella sind in grosser Gefahr! Ehrlich: Glauben Sie, dass es herrlichen und dämlichen CEOs und CFOs beim Sporteln um ihre Wohlfühlbilanz geht? Dass sie sich beim Schwitzen abreagieren, kann man gerade noch gelten lassen. Doch vor allem müssen Topmanager es anderen Menschen zeigen – am besten, wenn diese hinschauen. Im Büro, in der Ehe, beim Nachwuchs und in der Restfreizeit. Ein ausgewachsener Kadermitarbeiter braucht nach zwölf Stunden managen einfach noch eine Stunde Training. Wenn er gut ist. Denn wer nicht regelmässig runterkommt, kommt vielleicht bald nicht mehr hoch. Denken Sie daran, bevor Sie das nächste Mal joggen gehen.

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