Krise hier, Angst da
Vergangene Woche veranstaltete die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) in Zürich ein Seminar zum Thema «Der Preis der Angst – Wege aus der Vertrauenskrise» im Forum der Credit Suisse im Uetlihof.
Vergangene Woche veranstaltete die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) in Zürich ein Seminar zum Thema «Der Preis der Angst – Wege aus der Vertrauenskrise» im Forum der Credit Suisse im Uetlihof.Das Forum einer Schweizer Grossbank? – eine Wahl, die einer gewissen Ironie nicht entbehrt, machen doch viele Betroffene die Geldinstitute verantwortlich für die aktuelle Misere. «Haben sich diejenigen, die unternehmerische Risiken übernahmen, übernommen?», fragte darum ASW-Präsident Diego Bally bei seiner Begrüssung bedeutungsschwanger. Blockieren die Erbschaften der gescheiterten Manager gar unsere Zukunft?
Problembewältigung am aktuellen Beispiel präsentierte Jörg P. Krebs, Geschäftsleitungsmitglied von Schweiz Tourismus. Vom erschwerten wirtschaftlichen Terrain ausgehend, zeigte er konkrete Massnahmen, die in seinem Unternehmen ergriffen werden, um der Krise Herr zu werden. Klar wurde dabei vor allem eines: Die absolute wirtschaftliche Sicherheit gibt es sowieso nicht. Immer wieder tauchen neue, aktuelle Probleme auf. Für Schweiz Tourismus sind dies dem Vernehmen nach im Moment die beiden Krankheiten Swiss und Sars.
Gewiefter Moderator: Filippo Leutenegger versuchte, mit provokativen Fragen aus der Reserve zu locken.
Beat Fritschwar letzte Woche Gast an einer Fachtagung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW). Dort versuchten verschiedene Referenten, der heutigen Krise auf den Grund zu gehen und von dort gleich auch Lösungsansätze mitzubringen. Mit unterschiedlichem Erfolg allerdings.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Fredy Hiestand wiederum, als Erfinder des Hiestand-Gipfelis einst Bäcker der Nation, sang ein Loblied auf die KMU. Er sieht lediglich eine partielle Vertrauenskrise. Denn es seien die CEO von börsenkotierten Unternehmen, die jeweils, und meist noch im negativen Kontext, in den Schlagzeilen auftauchen würden. Die tragenden Säulen der Wirtschaft seien aber nicht unbedingt dort zu suchen.
Die erfrischenden und lebendig vorgetragenen Ausführungen aus der Sicht des Pioniers der Industriebäckerei und des Machers kamen bei den Zuhörern ausserordentlich gut an. Zur Frage aus dem Publikum, wie denn die Werber am besten auf Kundenfang gehen sollten, wartete Hiestand ebenfalls mit einem Praxisbeispiel auf. «Kommen Sie bereits mit einem Konzept zum potenziellen Kunden», lautete sein Tipp. Im Laufe seiner Geschäftstätigkeit sei er immer wieder von Agenturen – ganz grossen und auch etwas kleineren – ums Werbebudget angegangen worden. Gesprochen habe er allerdings nur mit denjenigen, die ihm für ein spezifisches Problem einen Lösungsansatz präsentierten. Ihn als Bäcker interessiere es nun mal herzlich wenig, ob eine Agentur erfolgreich und mit Preisen überhäuft worden sei oder für Pepsi oder Camel geworben habe.
Ein Manager sei noch lange keine Führungskraft, so lautet das Credo von Trendforscher Lars Thomsen. Die Führung hätten heute
sowieso die Analysten an sich gerissen, die mit ihrer Ausrichtung auf Quartalszahlen jedwelches langfristige Engagement in einem Unternehmen schon im Keim erstickten. Mut zu Fehlern, postulierte Thomsen letztlich, sei langfristig ein Erfolgsfaktor – die meisten Entscheidungen würden schliesslich unter Unsicherheitsprämissen gefällt. Was auch richtig sei – ist doch das Prinzip von Versuch und Irrtum ein Handlungsschema der Evolutionsgeschichte.
Die bezeichnendste Aussage der Veranstaltung tarnte Diego Bally an dem von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger geführten Panelgespräch als Frage: «Ist die heutige Vertrauenskrise bei den Kunden und in der Wirtschaft nicht eher eine Selbstvertrauenskrise…?»
Problembewältigung am aktuellen Beispiel präsentierte Jörg P. Krebs, Geschäftsleitungsmitglied von Schweiz Tourismus. Vom erschwerten wirtschaftlichen Terrain ausgehend, zeigte er konkrete Massnahmen, die in seinem Unternehmen ergriffen werden, um der Krise Herr zu werden. Klar wurde dabei vor allem eines: Die absolute wirtschaftliche Sicherheit gibt es sowieso nicht. Immer wieder tauchen neue, aktuelle Probleme auf. Für Schweiz Tourismus sind dies dem Vernehmen nach im Moment die beiden Krankheiten Swiss und Sars.
Gewiefter Moderator: Filippo Leutenegger versuchte, mit provokativen Fragen aus der Reserve zu locken.
Beat Fritschwar letzte Woche Gast an einer Fachtagung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW). Dort versuchten verschiedene Referenten, der heutigen Krise auf den Grund zu gehen und von dort gleich auch Lösungsansätze mitzubringen. Mit unterschiedlichem Erfolg allerdings.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Fredy Hiestand wiederum, als Erfinder des Hiestand-Gipfelis einst Bäcker der Nation, sang ein Loblied auf die KMU. Er sieht lediglich eine partielle Vertrauenskrise. Denn es seien die CEO von börsenkotierten Unternehmen, die jeweils, und meist noch im negativen Kontext, in den Schlagzeilen auftauchen würden. Die tragenden Säulen der Wirtschaft seien aber nicht unbedingt dort zu suchen.
Die erfrischenden und lebendig vorgetragenen Ausführungen aus der Sicht des Pioniers der Industriebäckerei und des Machers kamen bei den Zuhörern ausserordentlich gut an. Zur Frage aus dem Publikum, wie denn die Werber am besten auf Kundenfang gehen sollten, wartete Hiestand ebenfalls mit einem Praxisbeispiel auf. «Kommen Sie bereits mit einem Konzept zum potenziellen Kunden», lautete sein Tipp. Im Laufe seiner Geschäftstätigkeit sei er immer wieder von Agenturen – ganz grossen und auch etwas kleineren – ums Werbebudget angegangen worden. Gesprochen habe er allerdings nur mit denjenigen, die ihm für ein spezifisches Problem einen Lösungsansatz präsentierten. Ihn als Bäcker interessiere es nun mal herzlich wenig, ob eine Agentur erfolgreich und mit Preisen überhäuft worden sei oder für Pepsi oder Camel geworben habe.
Ein Manager sei noch lange keine Führungskraft, so lautet das Credo von Trendforscher Lars Thomsen. Die Führung hätten heute
sowieso die Analysten an sich gerissen, die mit ihrer Ausrichtung auf Quartalszahlen jedwelches langfristige Engagement in einem Unternehmen schon im Keim erstickten. Mut zu Fehlern, postulierte Thomsen letztlich, sei langfristig ein Erfolgsfaktor – die meisten Entscheidungen würden schliesslich unter Unsicherheitsprämissen gefällt. Was auch richtig sei – ist doch das Prinzip von Versuch und Irrtum ein Handlungsschema der Evolutionsgeschichte.
Die bezeichnendste Aussage der Veranstaltung tarnte Diego Bally an dem von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger geführten Panelgespräch als Frage: «Ist die heutige Vertrauenskrise bei den Kunden und in der Wirtschaft nicht eher eine Selbstvertrauenskrise…?»
