Kostenlose Marktforschung
Werbewoche-Mitarbeiter Markus Knöpfli über ein geglücktes Timing.
Nach wochenlangen Gerüchten liess Tamedia die Katze endlich aus dem Sack: Die Zürcher prüfen, ob der Bund mit dem Tages-Anzeiger kooperieren oder sich mit der Berner Zeitung (BZ) vereinigen soll. Entschieden wird in sechs Monaten. Die Sache ist heikel, denn die Reaktion der Bund-Leser ist offen. Jedenfalls werden sie sich mit einer andern politischen Denke anfreunden müssen.
Dass die Kommunikation jetzt und die Entscheidfindung auf Mitte 2009 angesetzt wurde, ist deshalb kaum Zufall. Im Gegenteil, die Termine sind marketingstrategisch geschickt gewählt. Denn auch beim Bund steht nun die Hauptphase der Abo-Erneuerungen an. Spätestens Ende Februar ist also klar, ob die Bund-Abonnenten ihrem Leibblatt trotz anstehender Neuausrichtung treu bleiben. Halten sie zu ihm oder manifestiert sich gar eine «Jetzt erst recht»-Stimmung, macht eine Zusammenarbeit mit dem Tagi Sinn. Kehren sie dem Bund jedoch den Rücken, ist eine Fusion mit der BZ wahrscheinlich. Das ist kostenlose Marktforschung. Ähnlich günstig lassen sich auch die Inserenten-Reaktionen ausloten, im Weihnachtsgeschäft erst recht.
Dass die Kommunikation jetzt und die Entscheidfindung auf Mitte 2009 angesetzt wurde, ist deshalb kaum Zufall. Im Gegenteil, die Termine sind marketingstrategisch geschickt gewählt. Denn auch beim Bund steht nun die Hauptphase der Abo-Erneuerungen an. Spätestens Ende Februar ist also klar, ob die Bund-Abonnenten ihrem Leibblatt trotz anstehender Neuausrichtung treu bleiben. Halten sie zu ihm oder manifestiert sich gar eine «Jetzt erst recht»-Stimmung, macht eine Zusammenarbeit mit dem Tagi Sinn. Kehren sie dem Bund jedoch den Rücken, ist eine Fusion mit der BZ wahrscheinlich. Das ist kostenlose Marktforschung. Ähnlich günstig lassen sich auch die Inserenten-Reaktionen ausloten, im Weihnachtsgeschäft erst recht.
