Kopf der Woche: «Werbung ist wie Flirten – man macht es nicht mit dem Holzhammer»
Thomas Lüber hat in knapp zwei Jahren als Geschäftsführer die Marke Lesch + Frei auf Vordermann gebracht
Thomas Lüber hat in knapp zwei Jahren als Geschäftsführer die Marke Lesch + Frei auf Vordermann gebracht / Als Urheber grossspuriger Slogans möchte der Kogeschäftsführer von Lesch + Frei nicht gelten. Sie widersprächen dem Credo seiner Agentur: «Werben ist wie Flirten – man macht es nicht mit dem Holzhammer». Und so wie Thomas Lüber bei der ersten Begegnung mit einer Unbekannten kaum «Jetzt neu! Thomas Lüber! Super!» schreien würde, will er niemanden mit Werbung erschlagen: «Natürlich muss Werbung auffallen und gesehen werden, aber man kann es auch auf sympathische Art versuchen. Denn letztlich wartet niemand auf Werbung.»
Zu diesen Schlüssen ist der 37-Jährige auf seinem Karriereweg gekommen, der mit einer Matur begann. Das Gastspiel am Germanistikinstitut der Uni blieb eine Episode. «Ich kam sehr rasch zum Schluss, dass ich Sprache anwenden wollte, statt nur darüber nachzudenken», begründet Lüber den fixen Entscheid. Um ihn in die Tat umzusetzen, begann er an Werbertüren anzuklopfen. Ivan Scotti öffnete und liess Lüber 1986 in die Welt der angewandten Linguistik eintreten.
In den folgenden Jahren drehte sich seine Karriere um das Gravitationszentrum Lesch + Frei. Zwischen Abstechern zu GGK Zürich und Lowe GGK zog es ihn immer wieder an die Zürcher Weinbergstrasse zurück, im März 2000 schliesslich zusammen mit Walter Tagliaferri als Geschäftsführer.
Seither hat es sich Lüber zur Aufgabe gemacht, Lesch + Frei in die Topriege der Schweizer Agenturen zurückzuführen. Der Erfolg lässt sich sehen: In 21 Monaten hat Lesch + Frei 17 Neukunden gewonnen, darunter Finanz+Wirtschaft, die Siemens Schweiz AG, die Erdöl-Vereinigung und die Brauerei Eichhof.
Was ist das Erfolgsgeheimnis? «Grosse Geheimnisse gibt es nicht», winkt Lüber ab, «wir haben viel Gewicht auf die strategische Planung gelegt und eine klare Struktur in die Auftragsabwicklung gebracht.» Gleichzeitig habe Tagliaferri mit grossem Einsatz die Akquisition auf Vordermann gebracht.
Am Profil der Agentur will Lüber aber nicht rütteln. «Wir positionieren uns als Kreativagentur mit strategischer Kompetenz. Das tönt zwar langweilig, macht sich aber gut bei Agenturpräsentationen», scherzt der Geschäftsführer. Sein Ziel ist es, eine Agentur zu führen, deren Arbeiten durch ihre Qualität für sich selbst werben und ihre Urheber bei den Auftraggebern wieder ins Gespräch bringen.
Über allen strategischen Aufgaben hat Lüber den Spass am Texten nicht verloren: «Der schönste Moment ist für mich jeweils, wenn man vor einem leeren Blatt sitzt, wenn man anfangen kann, die Welt neu zu erfinden.» Den Horror Vacui vor dem leeren Blatt kennt er dabei nicht. «Man fängt ja einfach an, vor sich hin zu spinnen. Da bleibt das Blatt nicht lange leer.»
Bruno Amstutz
Zu diesen Schlüssen ist der 37-Jährige auf seinem Karriereweg gekommen, der mit einer Matur begann. Das Gastspiel am Germanistikinstitut der Uni blieb eine Episode. «Ich kam sehr rasch zum Schluss, dass ich Sprache anwenden wollte, statt nur darüber nachzudenken», begründet Lüber den fixen Entscheid. Um ihn in die Tat umzusetzen, begann er an Werbertüren anzuklopfen. Ivan Scotti öffnete und liess Lüber 1986 in die Welt der angewandten Linguistik eintreten.
In den folgenden Jahren drehte sich seine Karriere um das Gravitationszentrum Lesch + Frei. Zwischen Abstechern zu GGK Zürich und Lowe GGK zog es ihn immer wieder an die Zürcher Weinbergstrasse zurück, im März 2000 schliesslich zusammen mit Walter Tagliaferri als Geschäftsführer.
Seither hat es sich Lüber zur Aufgabe gemacht, Lesch + Frei in die Topriege der Schweizer Agenturen zurückzuführen. Der Erfolg lässt sich sehen: In 21 Monaten hat Lesch + Frei 17 Neukunden gewonnen, darunter Finanz+Wirtschaft, die Siemens Schweiz AG, die Erdöl-Vereinigung und die Brauerei Eichhof.
Was ist das Erfolgsgeheimnis? «Grosse Geheimnisse gibt es nicht», winkt Lüber ab, «wir haben viel Gewicht auf die strategische Planung gelegt und eine klare Struktur in die Auftragsabwicklung gebracht.» Gleichzeitig habe Tagliaferri mit grossem Einsatz die Akquisition auf Vordermann gebracht.
Am Profil der Agentur will Lüber aber nicht rütteln. «Wir positionieren uns als Kreativagentur mit strategischer Kompetenz. Das tönt zwar langweilig, macht sich aber gut bei Agenturpräsentationen», scherzt der Geschäftsführer. Sein Ziel ist es, eine Agentur zu führen, deren Arbeiten durch ihre Qualität für sich selbst werben und ihre Urheber bei den Auftraggebern wieder ins Gespräch bringen.
Über allen strategischen Aufgaben hat Lüber den Spass am Texten nicht verloren: «Der schönste Moment ist für mich jeweils, wenn man vor einem leeren Blatt sitzt, wenn man anfangen kann, die Welt neu zu erfinden.» Den Horror Vacui vor dem leeren Blatt kennt er dabei nicht. «Man fängt ja einfach an, vor sich hin zu spinnen. Da bleibt das Blatt nicht lange leer.»
Bruno Amstutz
